Suchbegriff

Die Weltwoche bietet tägliche Analysen, exklusive Berichte und kritische Kommentare zu Politik, Wirtschaft und Kultur.

Konto Anmelden
Die Weltwoche

Trumps Einstellung der Entwicklungshilfe bewirkt wenig. Das wirkliche Problem sind die geheimen Geldflüsse der privaten NGO-Industrie, wie das Beispiel Peru zeigt

Lima

Peru ist ein Dorado für Entwicklungshelfer. Die NGO-Industrie setzt hier Milliardenbeträge um. Doch die Einstellung von USAID hat in der Heimat der Inkas weder Wellen geworfen noch spürbare Folgen gezeitigt.

Seit ihrer Gründung 1961 unter Präsident Kennedy hat USAID rund 4,2 Milliarden Dollar nach Peru überwiesen. Im Fokus stand anfänglich die Geburtenkontrolle. Unter der sozialistischen Militärdiktatur (1969 bis 1980) wurde die US-Hilfe eingestellt. Messbare Erfolge zeitigte die von den USA geförderte Familienplanung erst unter der rechten Regierung Fujimori (1990 bis 2001). Der Rückgang der Fertilität führte zu einer dramatischen Senkung der Mütter- und Säuglingssterblichkeit (was linke NGOs nicht daran hinderte, das erfolgreiche Programm als «Genozid» zu brandmarken).

Copyright 2025 The Associated Press. All rights reserved.
President Donald Trump waits to greet Armenia's Prime Minister Nikol Pashinyan at the White House, Friday, Aug
Copyright 2025 The Associated Press. All rights reserved.

Danach verlagerte sich die US-Hilfe vor allem auf Substitutionsprogramme gegen Koka-Plantagen, die sicher gutgemeint, aber offenkundig erfolglos waren. Unter der Biden-Regierung kam die Förderung der «Woke-Agenda» (Gender, Indigenismus, Klima, Solar- und Windenergie) hinzu. Wie alternative Medien Anfang Jahr enthüllten, hatte USAID verdeckt Millionen an grosse Medienhäuser und Journalisten ausgeschüttet, welche diese Agenda im traditionell konservativen Peru propagieren.

Vor allem der Indigenismus stösst auf wachsenden Widerstand in Peru. Zwar haben fast alle Peruaner indigene Wurzeln, doch gemäss der letzten Volkszählung betrachten sie sich grossmehrheitlich als Mestizen – als genuine Peruaner eben, Teil einer Nation, die ihre Identität aus der Fusion von Ethnien schöpft. Bloss 1 Prozent der Peruaner rechnet sich selbst einer indigenen Ethnie zu. Das Leugnen des spanischen Erbes und das Auseinanderdividieren der Ethnien, wie es etwa in Bolivien geschehen ist, bedroht die Einheit der Nation und führt zu einer Rassensegregation, die Peru bislang fremd war.

USAID steuert rund ein Viertel der zwischenstaatlichen Entwicklungshilfe für Peru von jährlich insgesamt rund 400 Millionen Dollar bei. Allein für die Koka-Substitution sollten bis zum Jahr 2030 weitere 600 Millionen Dollar aus den USA fliessen, die nun wegfallen. Doch nichts spricht dafür, dass diese Programme neuerdings erfolgreicher sein sollten als in der Vergangenheit.

Das grösste Problem für Peru sind allerdings nicht die staatlichen Entwicklungsmillionen, die mehr oder weniger nutzlos bis schädlich ins Land fliessen. Gemäss Schätzungen der Regierung machen diese Überweisungen lediglich 15 Prozent der NGO-Gelder aus, welche aus privaten Quellen und völlig unkontrolliert ins Land fliessen. Allein zwischen 2018 und 2020 ortete die Regierung verdächtige Transfers im Umfang von 3 Milliarden Dollar unter diesem Titel. Von Geldwäsche bis Finanzierung des illegalen Drogen- und Goldhandels ist alles denkbar.

Von geschätzten 1800 NGOs in Peru sind lediglich 70 ordentlich registriert, bloss 270 legen ihre Buchhaltung offen. Die meisten NGOs gelten als halbwegs verdeckte Wahlkampfvehikel für linke Politiker und Parteien. Das führt zu einer Verzerrung des demokratischen Wettbewerbs. Viele der linken Bewegungen in Peru sind zudem – teils verdeckt, teils ganz offen – mit den mafiösen Organisationen verbandelt, die den illegalen Raubbau und das Kokain-Geschäft kontrollieren.

Im letzten April hat der peruanische Kongress – gegen den erbitterten Widerstand der politischen Linken – ein Gesetz verabschiedet, das seit Jahren in der Pipeline steckte und die NGO-Industrie zu mehr Transparenz verpflichten will. Trumps Breitseite gegen die auch in Peru umstrittene Entwicklungshilfe dürfte der überfälligen Vorlage zum Durchbruch verholfen haben.

Abonnement
1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Zahlungsart
4. Abo prüfen

Ups! Wir konnten Ihr Formular nicht lokalisieren.

1. Start
2. Ihre Angaben
3. Abo prüfen
Startdatum: 01.04.2026
Mit der Bestellung akzeptieren Sie unsere AGBs.
Ihre Angaben
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  • Dieses Feld wird bei der Anzeige des Formulars ausgeblendet
    (Newsletter kann jederzeit wieder abbestellt werden)

Netiquette

Die Kommentare auf weltwoche.ch/weltwoche.de sollen den offenen Meinungsaustausch unter den Lesern ermöglichen. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass in allen Kommentarspalten fair und sachlich debattiert wird.

Das Nutzen der Kommentarfunktion bedeutet ein Einverständnis mit unseren Richtlinien.

Scharfe, sachbezogene Kritik am Inhalt des Artikels, an Protagonisten des Zeitgeschehens oder an Beiträgen anderer Forumsteilnehmer ist erwünscht, solange sie höflich vorgetragen wird. Wählen Sie im Zweifelsfall den subtileren Ausdruck.

Unzulässig sind:

  • Antisemitismus / Rassismus
  • Aufrufe zur Gewalt / Billigung von Gewalt
  • Begriffe unter der Gürtellinie/Fäkalsprache
  • Beleidigung anderer Forumsteilnehmer / verächtliche Abänderungen von deren Namen
  • Vergleiche demokratischer Politiker/Institutionen/Personen mit dem Nationalsozialismus
  • Justiziable Unterstellungen/Unwahrheiten
  • Kommentare oder ganze Abschnitte nur in Grossbuchstaben
  • Kommentare, die nichts mit dem Thema des Artikels zu tun haben
  • Kommentarserien (zwei oder mehrere Kommentare hintereinander um die Zeichenbeschränkung zu umgehen)
  • Kommentare, die kommerzieller Natur sind
  • Kommentare mit vielen Sonderzeichen oder solche, die in Rechtschreibung und Interpunktion mangelhaft sind
  • Kommentare, die mehr als einen externen Link enthalten
  • Kommentare, die einen Link zu dubiosen Seiten enthalten
  • Kommentare, die nur einen Link enthalten ohne beschreibenden Kontext dazu
  • Kommentare, die nicht auf Deutsch sind. Die Forumssprache ist Deutsch.

Als Medium, das der freien Meinungsäusserung verpflichtet ist, handhabt die Weltwoche Verlags AG die Veröffentlichung von Kommentaren liberal. Die Prüfer sind bemüht, die Beurteilung mit Augenmass und gesundem Menschenverstand vorzunehmen.

Die Online-Redaktion behält sich vor, Kommentare nach eigenem Gutdünken und ohne Angabe von Gründen nicht freizugeben. Wir bitten Sie zu beachten, dass Kommentarprüfung keine exakte Wissenschaft ist und es auch zu Fehlentscheidungen kommen kann. Es besteht jedoch grundsätzlich kein Recht darauf, dass ein Kommentar veröffentlich wird. Über einzelne nicht-veröffentlichte Kommentare kann keine Korrespondenz geführt werden. Weiter behält sich die Redaktion das Recht vor, Kürzungen vorzunehmen.