Vielleicht sorgt der Enthauptungsschlag für einen Meinungsumschwung.
Denn der US-Präsident zog ohne Rückhalt im Volk in den Krieg.
Eine von der Quinnipiac University veröffentlichte Umfrage ergab: 70 Prozent der Amerikaner waren nicht der Meinung, dass die USA militärisch eingreifen sollten, um den iranischen Demonstranten zu helfen.
Ebenfalls 70 Prozent sagten, dass Präsidenten vor einem militärischen Eingreifen gegen ein anderes Land die Zustimmung des Kongresses einholen sollten.
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Dabei zeigten sich deutliche Unterschiede zwischen den politischen Lagern.
Demokraten (95 zu 2 Prozent) und Unabhängige (78 zu 18 Prozent) waren der Meinung, dass ein Präsident zunächst die Zustimmung des Kongresses sichern sollte. Demgegenüber waren Republikaner mehrheitlich (54 zu 35 Prozent) der Auffassung, dass ein Präsident dies nicht tun sollte.
Andere Umfragen kamen zu ähnlichen Resultaten:
Eine Bürgerbefragung der University of Maryland Anfang Februar ergab, dass bloss 21 Prozent einen Angriff befürworteten. 49 Prozent waren dagegen, 30 Prozent zeigten sich unentschieden.
Das Lager der Interventionsgegner war auch kurz vor Beginn der Operation «Epic Fury» klar stärker.
Knapp die Hälfte der Amerikaner (49 Prozent) lehnte gemäss einer aktuellen Erhebung von Economist/Yougov (20. bis 23. Februar 2026) einen Militärschlag der USA gegen den Iran eher oder entschieden ab. Bloss ein Viertel (27 Prozent) befürwortete einen solchen Angriff.
Der Graben zwischen den Parteien war bei dieser Umfrage besonders tief. Eine Mehrheit (58 Prozent) der Republikaner befürwortete eine militärische Intervention. Die Mehrheit der Demokraten (76 Prozent) lehnte sie ab.
Auch ein Enthauptungsschlag gegen den geistigen Führer des Iran fand klar keine Mehrheit im Volk.
Bloss 29 Prozent der Bevölkerung befürworteten den Einsatz militärischer Gewalt durch die USA, um Ajatollah Ali Chamenei zu stürzen. 39 Prozent der Amerikaner lehnen den Einsatz militärischer Gewalt zu diesem Zweck ab.
Auch hier wurde ein deutlicher Unterschied zwischen den Parteien konstatiert: Eine Mehrheit (57 Prozent) der Republikaner befürwortete den Einsatz des Militärs für einen solchen Sturz, 18 Prozent waren dagegen. Eine Mehrheit (62 Prozent) der Demokraten lehnte dies ab, nur 10 Prozent waren dafür.
Obwohl die kriegsablehnende Haltung deutlich überwiegt, zeigt eine AP-Norc-Umfrage, dass viele Erwachsene in den USA das iranische Atomprogramm als Bedrohung ansehen.
Demnach zeigten sich 48 Prozent der Erwachsenen in den USA «äusserst» oder «sehr» besorgt, dass das iranische Atomprogramm eine direkte Gefahr für ihr Land darstellt.
Selbst wenn ein von Trump avisierter «Regime Change» im Iran gelingen sollte, wird dies den Republikanern voraussichtlich keinen Vorteil bei den Zwischenwahlen im November generieren.
Wesentlich mehr als die Aussenpolitik interessiert sich das Volk für die Wirtschaft. Und die läuft aus Sicht einer Mehrheit nicht zufriedenstellend.
Sechs von zehn Amerikanern finden, dass es dem Land schlechter geht als vor einem Jahr. Das geht aus einer neuen Umfrage von PBS News/NPR/Marist hervor, die kurz vor Trumps Rede an die Nation letzte Woche durchgeführt wurde.
Nicht Krieg – «It’s the economy, stupid». Die Weisheit von Bill Clintons Wahlkampf-Stratege James Carville ist heute ebenso zutreffend wie vor dreissig Jahren.