Ein Brief des Weissen Hauses mit weitreichenden Forderungen an die Harvard-Universität hat in den USA für Aufsehen gesorgt – und wurde laut einem Bericht der New York Times inzwischen als «versehentlich» verschickt deklariert. Die Regierung Trump forderte darin unter anderem die Abschaffung aller Programme zu Diversität, Gleichstellung und Inklusion (DEI). Die Hochschule müsse diese Bedingungen erfüllen, um weiterhin staatliche Fördergelder zu erhalten.
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Hintergrund ist eine Welle propalästinensischer Proteste an US-Universitäten, die durch die jüngste Eskalation des Nahostkonflikts ausgelöst worden war. Der Brief verlangte eine Reform der Zulassungspolitik, des Lehrplans und der Personalentscheidungen. Harvard wies die Forderungen empört zurück und warf der Regierung vor, die Autonomie der Universitäten zu untergraben.
Daraufhin erklärte ein Regierungsvertreter, das Schreiben sei «nicht autorisiert» gewesen. Es gebe widersprüchliche Aussagen innerhalb der Regierung: Einige Quellen sprechen von einem «verfrühten Versand», andere von einem internen Entwurf, der fälschlicherweise verschickt worden sei. Dennoch fror die Regierung zunächst über zwei Milliarden Dollar an Fördermitteln und 60 Millionen an staatlichen Verträgen mit Harvard ein.
Die Universität Harvard erklärte in der New York Times: Selbst wenn der Brief ein Fehler gewesen sei – die Handlungen der Regierung in dieser Woche hätten reale Konsequenzen für Studierende, Mitarbeitende und das Ansehen der amerikanischen Hochschulbildung weltweit.
Die Eskalation reiht sich ein in eine Serie von Strafmassnahmen gegen US-Universitäten. So hatte die Anti-Semitismus-Task-Force der Regierung bereits der Columbia University 400 Millionen Dollar entzogen und weitere Kürzungen angedroht.