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Trump vollführt «Kehrtwende» in Sachen Ukraine-Krieg? Völlig falsch!

Es ist ein mehrfaches Missverständnis, Trumps jüngste öffentliche Äusserungen in Sachen Ukraine-Krieg für eine «Kehrtwende» zu halten. Er hat der «Koalition der Willigen» erneut eine Abfuhr erteilt.

In trumpscher Manier: Russland ist ein «Papiertiger», den schafft ihr alleine, erklärte er, diesmal nicht knietätschelnd wie beim ersten Besuch des britischen Premiers in Washington, als dieser den US-backstop wollte, sondern mittels eigenen Social-Media-Kanals. Die «willigen» Koalitionäre hören, so wie die US-Neokonservativen, nur, was sie selbst glauben: Die russische Wirtschaft liege danieder. Krieg führen können die Russen auch nicht. Demnächst gibt es regime change in der Russischen Föderation.

PRESIDENTIAL PRESS SERVICE HANDO / KEYSTONE
epaselect epa12400754 A handout photo made available by Ukrainian Presidential Press Service shows US President Donald J
PRESIDENTIAL PRESS SERVICE HANDO / KEYSTONE

Gleichzeitig versperrte Trump dem ukrainischen Präsidenten jeden Weg in ein verhandeltes Kriegsende: Die Ukraine kann vielleicht alles Territorium zurückgewinnen, und, wer weiss, vielleicht noch etwas dazubekommen. So viel hatte noch nicht einmal Boris Johnson in Kiew 2022 versprochen. Heute, dreieinhalb Jahre später und um weitere vier ukrainische Regionen ärmer, mag das ausser Selenskyj glauben, wer will. Was fehlt, ist eine Zusage von Trump, Geld lockerzumachen, das der Ukraine fehlt und die EU allein nicht hat. Er wird US-Waffen liefern, soviel er kann. Immer gegen Bezahlung.

Womöglich hofft Trump so, seine Maga-Anhänger (die Umfragewerte sind nicht gut) bei der Stange zu halten. Er wird unbeirrt sagen: Das ist nicht mein Krieg. Ich bin raus. Ich schaffe amerikanische Arbeitsplätze, hole europäische Industrie und europäisches Geld ins Land. 7000 Menschen sterben wöchentlich in der Ukraine. Für nichts. Damit hat er nichts zu tun, so wie er das gegenüber dem französischen Präsidenten erklärte.

Vielleicht kann sich Trump dadurch auch der Kriegsfalken im eigenen Land erwehren. Er sagt, was die hören wollen. Deren Geschrei nach schärfsten Sanktionen kann er locker die EU-Handelspolitik entgegenhalten. Die EU kann nicht in den vollen Konfrontationskurs gegen Indien und China einschwenken. Das würde sie schwerst schädigen. Länder wie die Slowakei oder Ungarn brauchen die Öleinfuhren aus Russland. Die Türkei auch.

In der Nato haben die USA de facto ein Vetorecht. Deshalb wird in der Nato weiter geprüft, was es mit all den mutmasslichen russischen Provokationen auf sich hat. Sollte Polen oder jemand anders russische Flugzeuge abschiessen wollen, Trump gab seinen Segen. Aber auch nicht mehr. Macht nur, aber ohne die USA.

Trump wird zusehen, wie die politische Stabilität in Grossbritannien, Frankreich und anderen EU-Mitgliedstaaten immer poröser wird. Er rechnet mit der wirtschaftlichen und finanziellen Auszehrung in Deutschland, in der EU. Ihm geht es allein um die USA.

Sollte in der «Koalition der Willigen» das militärische Abenteurertum gegen den russischen «Papiertiger» die Überhand gewinnen, die USA werden zusehen und sich die Hände in schönster Unschuld waschen. Sie sind nur noch ein bisschen schwanger mit diesem Krieg, den sie nicht schlichten, dessen Kriegsursachen sie nicht beilegen können oder wollen.

«Viel Glück», beschied Trump auf Truth Social.

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