US-Präsident Donald Trump hat dem taiwanischen Präsidenten Lai Ching-te den geplanten Zwischenstopp in New York untersagt. Das berichten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen der Financial Times. Der Besuch war Teil einer Reise nach Zentralamerika, bei der Lai die befreundeten Staaten Paraguay, Guatemala und Belize besuchen wollte – Länder, die Taiwan offiziell anerkennen.
Taiwan Presidential Office
Die Ablehnung erfolgte, nachdem China formell gegen den Transit in New York protestiert hatte. In Taipeh begründete das Präsidialamt die Absage mit den Folgen eines jüngsten Taifuns sowie laufenden Gesprächen mit Washington über Zölle.
Offiziell betont ein US-Beamter, man versuche, «die Situation zu bereinigen». Doch Taiwan-Experten sehen in der Entscheidung ein politisches Signal: Bonnie Glaser vom German Marshall Fund vermutet, Trump wolle «Peking nicht irritieren», während die USA mit China über Handelsfragen und einen Gipfel mit Xi Jinping verhandeln.
Der Vorgang erinnere an Trumps erste Amtszeit, als Waffenverkäufe an Taiwan verzögert wurden und hohe Beamte für Besuche in Taipeh kritisiert wurden. Auch diesmal solle ein Termin mit der konservativen Denkfabrik Heritage Foundation in New York stattfinden – dieser wurde ebenfalls gestrichen.