Sie predigen den Sozialismus, doch bezüglich ihrer Raffgier stehen Diktator Nicolás Maduro und seine Entourage in der alten Tradition der karibischen Tyrannen. So kündigte diese Woche US-Generalstaatsanwältin Pam Bondi die Beschlagnahmung von Luxusgütern im Wert von 700 Millionen Dollar an, die Maduro und dessen Clique zugeschrieben werden: Privatflugzeuge, rare Oldtimer, Pferdegestüte, Immobilien aller Art.
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Das venezolanische Regime bestreitet, etwas mit den in der Dominikanischen Republik und in Florida beschlagnahmten Gütern zu tun zu haben. Tatsächlich werden solche Werte stets über Strohleute und karibische Briefkastenfirmen registriert, die den wahren Besitzer verschleiern. Doch irgendwo müssen Maduro und Co. ihre Beute aus dem Kokainhandel horten. Gemäss Bondi beschlagnahmte die DEA insgesamt 30 Tonnen Kokain, die dem venezolanischen «Sonnenkartell» zugeschrieben werden, davon 7 Tonnen mit einer direkten Verbindung zu Diktator Maduro.
Zugleich haben die USA das Kopfgeld auf den bereits 2020 wegen Drogenschiebereien in New York angeklagten Maduro von 25 auf 50 Millionen Dollar erhöht. Trump hat zudem kriminelle Netzwerke wie das Kartell von Sinaloa, die kolumbianischen Farc, den venezolanischen «Tren de Aragua» und das erwähnte «Sonnenkartell» zu terroristischen Organisationen erklärt, was ein härteres Vorgehen ermöglicht. Und last, but no least haben die USA ihre Truppenpräsenz in der Karibik verstärkt.
Die Beziehung der Südamerikaner zum «Big Brother» im Norden waren immer ambivalent, geprägt von Neid und Bewunderung. Die Linke macht den «US-Imperialismus» für alles verantwortlich, was im Süden schiefläuft, insbesondere wenn ihre sozialistischen Rezepte grandios versagen, was sie mit sturer Regelmässigkeit tun. Und das ist gerade wieder mal der Fall. Das Pendel schlägt in Südamerika zurzeit eindeutig nach rechts.
Mit der Ernennung von Aussenminister Marco Rubio, einem Sohn von Exilkubanern, hat Trump ein starkes Zeichen nach Süden geschickt: Lateinamerika ist den USA wieder wichtig. Rubio lässt keinen Zweifel daran, dass der Kampf gegen die Diktaturen in Venezuela, Kuba und Nicaragua für die USA Priorität haben. Die meisten Südamerikaner nehmen das mit Erleichterung und Hoffnung zur Kenntnis. Insbesondere die mit dem venezolanischen Regime verbandelten kriminellen Organisationen sind für Lateinamerika längst eine noch grössere Bedrohung als für die USA.