US-Präsident Donald Trump hat überraschend massive Strafzölle gegen Brasilien verhängt. Ab dem 1. August gelten Einfuhrabgaben von 50 Prozent auf zahlreiche brasilianische Produkte – eine Massnahme, die Trump laut einem Brief an die Regierung in Brasília mit dem Strafverfahren gegen den früheren Präsidenten Jair Bolsonaro begründete. Das Magazin Spiegel zitiert aus dem Schreiben, in dem Trump von einer «Hexenjagd, die sofort enden» müsse, spricht und der brasilianischen Justiz einen «Angriff auf einen politischen Gegner» vorwirft.
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Die Zölle stellen eine klare Abkehr von bisherigen wirtschaftlichen Begründungen dar, mit denen Trump seine Handelspolitik rechtfertigte. Beobachter werten den Schritt als offene politische Intervention zugunsten des Ex-Präsidenten Brasiliens, der wegen eines mutmasslichen Putschversuchs vor Gericht steht.
Bolsonaro, dem eine 40-jährige Haftstrafe droht, plant trotz eines bestehenden Politikverbots sein Comeback. Der Fall erinnert in seiner Dynamik an die Ereignisse um den Sturm auf das US-Kapitol im Januar 2021, bei dem Trump-Anhänger das Wahlergebnis nicht anerkannten.
Trump kündigte in der gleichen Woche Zollschreiben an 21 weitere Länder an – darunter auch enge Verbündete wie Japan und Südkorea. Die Höhe der angekündigten Abgaben liegt zwischen 20 und 50 Prozent.