Donald Trump hat zwei Probleme: Er kann sich nicht klar ausdrücken. Und wegen eines soziopathischen Grundzuges ist es ihm egal, was andere denken. In Kombination ergibt dies eine explosive Mischung.
So auch jetzt, da er sich abschätzig über die Rolle verbündeter westlicher Soldaten beim Krieg in Afghanistan äusserte.
«Wir haben sie nie gebraucht», sagte er. «Sie werden sagen, sie hätten einige Truppen nach Afghanistan geschickt – und das haben sie auch –, aber sie hingen ein wenig zurück, ein Stück abseits der Frontlinien.»
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Empörung, Fassungslosigkeit, Abscheu folgten sofort. Leider zu Unrecht. Denn Trump hatte – wieder mal – recht.
Gewiss, viele Staaten entsandten Truppen nach Afghanistan. Doch sie spielten nie eine tragende Rolle. Sie waren Hilfstruppen der Amerikaner, die die Hauptlast der Kämpfe – und Verluste – trugen.
Gerade die Europäer stellten ihre Kontingente vornehmlich aus einem einzigen Grund: zu zeigen, dass sie dazugehören. Brutal ausgedrückt: als Zierrat, als Dekoration.
Die USA hätten es alleine geschafft, sich von den Taliban mit eingezogenem Schwanz aus dem Land prügeln zu lassen. Aber die Europäer mussten unbedingt ihren Wimpel schwingen.
Dafür, für die Grossmannssucht, Liebedienerei gegenüber den USA und die Eitelkeit ihrer Politiker liessen all die britischen, deutschen und anderen Soldaten am Hindukusch ihr Leben.
Das ist der wirkliche Skandal.