Die US-Regierung unter Donald Trump verschärft ihre Einreisepolitik drastisch: Laut einem Bericht des US-Aussenministeriums werden derzeit mehr als 55 Millionen Visa überprüft – darunter auch die von Touristen, Studenten und Arbeitsmigranten. Wie das Ministerium gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press erklärte, werden alle verfügbaren Informationen ausgewertet – einschliesslich Straf- und Einwanderungsakten, berichtet die Bild-Zeitung.
ANNABELLE GORDON / POOL / KEYSTONE
Besonders im Visier stehen Studentenvisa. Seit Trumps Rückkehr ins Weisse Haus sollen bereits über 6000 davon gestrichen worden sein – rund 4000 wegen Delikten wie Trunkenheit am Steuer oder Körperverletzung, bis zu 300 wegen mutmasslicher Terrorunterstützung. Wer durch kriminelles Verhalten oder Visumüberschreitung auffällt, muss mit sofortiger Ausweisung rechnen.
Auch künftige Antragsteller sollen umfassend durchleuchtet werden: Beim Visuminterview sind nun Social-Media-Profile offenzulegen, inklusive Deaktivierung von Datenschutzeinstellungen auf Mobilgeräten und Apps. Nur Bürger aus den vierzig Ländern des Visa-Waiver-Programms – darunter die Schweiz und Deutschland – sind von der Verschärfung ausgenommen.
Ein weiterer Einschnitt betrifft den Arbeitsmarkt: Die Ausstellung von Visa für ausländische Lastwagenfahrer wurde eingestellt. Aussenminister Marco Rubio begründete dies auf X mit den Worten: «Der Anstieg ausländischer Fahrer gefährdet amerikanische Leben und schwächt die Existenz amerikanischer Trucker.»
Insgesamt leben laut US-Heimatschutzministerium aktuell rund 12,8 Millionen Menschen mit Greencard und 3,6 Millionen mit temporären Visa in den USA – ergänzt durch Millionen Touristen mit Mehrfacheinreisen. Sie alle stehen nun unter Beobachtung.