Nach dem jüngsten Handelsabkommen zwischen der EU und den USA geht Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán frontal auf EU-Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen los. In seinem Podcast bezeichnete er sie als «Verhandlungs-Federgewicht» und sagte: «Es war kein Abkommen, das Präsident Donald Trump mit Ursula von der Leyen geschlossen hat. Es war Donald Trump, der Ursula von der Leyen zum Frühstück verspeist hat.» Das berichtet Politico.
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Konkret sieht das am Sonntag geschlossene Abkommen vor, dass die USA auf die meisten EU-Importe 15 Prozent Zoll erheben dürfen, während Brüssel im Gegenzug umfangreiche Käufe amerikanischer Energieressourcen zugesagt hat. Aus Sicht Orbáns hat sich Europa damit übervorteilen lassen. Er lobte stattdessen das Handelsabkommen zwischen den USA und dem Vereinigten Königreich als deutlich vorteilhafter.
Auch Ungarns Aussenminister Péter Szijjártó meldete sich auf der Plattform X zu Wort: Der Deal sei «ein weiteres Zeichen dafür, dass Brüssel neue Führung braucht». Laut Politico reiht sich Orbán damit in eine wachsende Zahl von Kritikern ein – von rechts wie von der politischen Mitte.
Der französische Premierminister François Bayrou kommentierte: «Es ist ein dunkler Tag, wenn sich ein Bündnis freier Völker, das sich der Verteidigung seiner Werte und Interessen verschrieben hat, der Unterwerfung hingibt.» Zustimmung zum Deal kam dagegen von Bundeskanzler Friedrich Merz, der erklärte, ein Scheitern hätte «Deutschland härter getroffen». Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni sprach von einer «nachhaltigen Lösung».