Ein geplanter Besuch hochrangiger US-Beamter unter der Leitung von Usha Vance, der Ehefrau von Vizepräsident J. D. Vance, und Sicherheitsberater Michael Waltz sorgt in Grönland für Empörung. Ministerpräsident Mute B. Egede bezeichnete die Delegation als «höchst aggressiv» und warf der US-Regierung vor, «Macht über uns demonstrieren» zu wollen.
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Der Besuch, der offiziell dem kulturellen Austausch und der sicherheitspolitischen Lage im arktischen Raum dienen soll, wird von der Trump-Regierung als freundlicher Schritt dargestellt. Doch sowohl in Nuuk als auch in Kopenhagen stösst das Vorhaben auf Widerstand. «Diese Delegation wurde nicht eingeladen», betonte die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen und verwies auf Trumps wiederholte Aussagen, Grönland «auf die eine oder andere Weise» in die USA eingliedern zu wollen.
Besonders kritisch wird der Zeitpunkt gesehen: Grönland befindet sich mitten in Koalitionsverhandlungen nach der Parlamentswahl. Oppositionsführer Jens-Frederik Nielsen sprach von «Missachtung des grönländischen Volkes», berichtet die New York Times.
Parallel zum Kulturprogramm von Vance sollen Waltz und Energieminister Chris Wright eine US-Militärbasis im Norden der Insel besuchen. Laut Nationalem Sicherheitsrat w man sich über Sicherheitsfragen und wirtschaftliche Perspektiven – insbesondere in Bezug auf seltene Erden – informieren.
Ministerpräsident Egede sieht in der Reise jedoch keinen harmlosen Austausch: «Das ist kein unschuldiger Besuch mehr. Die internationale Gemeinschaft muss jetzt reagieren.»