Die Bundesregierung hat im vergangenen Jahr einen erheblichen Teil der geplanten Investitionsmittel nicht ausgegeben. Statt der vorgesehenen 115,6 Milliarden Euro flossen nur 86,8 Milliarden in Projekte wie Strassen, Brücken, Digitalisierung und die Ausrüstung der Bundeswehr. Dies berichtet die Bild-Zeitung. Rund 28,8 Milliarden Euro – ein Viertel der geplanten Summe – wurden von den Ressorts nicht abgerufen.
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Finanzminister Lars Klingbeil mahnte mehr Tempo an. «Jeder Euro muss so zügig, so effizient und so zielgerichtet wie möglich eingesetzt werden», sagte er. Um den Druck zu erhöhen, kündigte Klingbeil eine öffentliche Investitionsuhr an, die monatlich ausweisen soll, wie viel Geld tatsächlich ausgegeben wurde.
Auch das Verteidigungsministerium blieb hinter den Planungen zurück. Von vorgesehenen 86,5 Milliarden Euro für die Bundeswehr wurden nur 78,9 Milliarden genutzt. Rund 7,6 Milliarden Euro für Panzer, Drohnen, Schiffe und andere Rüstungsvorhaben blieben ungenutzt.
Zwar brachte das Verteidigungsministerium im Dezember noch Rüstungsaufträge im Umfang von mehr als 50 Milliarden Euro durch den Haushaltsausschuss, ein Teil davon wurde jedoch als Vorauszahlung verbucht. Die gelieferten Systeme kommen teils erst in den kommenden Jahren bei der Bundeswehr an.
Insgesamt gab der Bund 2025 mit 555,6 Milliarden Euro deutlich weniger aus als geplant. Die Neuverschuldung lag mit 102,7 Milliarden ebenfalls klar unter dem Ansatz.