Der Welthandel hat sich trotz geopolitischer Spannungen und US-Zöllen als widerstandsfähiger erwiesen als erwartet. Laut einer Analyse des McKinsey Global Institute, über die die Financial Times berichtet, zeigt sich, dass der «Welthandel mit Gütern bemerkenswert robust geblieben ist».
Die Daten für 2025 deuten auf eine Verschiebung statt eines Einbruchs hin. Sowohl die USA als auch China steigerten ihre Exporte auf neue Höchststände, während der Welthandel schneller wuchs als die globale Wirtschaftsleistung. Gleichzeitig verlagerte sich der Handel weg von geopolitisch entfernten Partnern hin zu geografisch weiter entfernten, aber politisch näher stehenden Ländern.
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Ein zentraler Treiber ist der Boom bei KI-bezogenen Gütern. Der Handel mit Halbleitern und Ausrüstung für Rechenzentren legte zwischen 2024 und 2025 um rund 40 Prozent zu und machte etwa ein Drittel des globalen Handelswachstums aus. Asiatische Produktionszentren wie Taiwan und Südkorea profitierten besonders stark.
Gleichzeitig veränderten die US-Zölle die Handelsströme erheblich. Der direkte Handel zwischen den USA und China brach um rund 30 Prozent ein. Ein Grossteil wurde jedoch durch Importe aus Drittstaaten ersetzt. China verlagerte seine Rolle stärker in Richtung Zulieferer und weitete seine Funktion als «Fabrik für Fabriken» aus.
Insgesamt zeigt sich: Trotz politischer Eingriffe blieb eine Eskalation aus. Weder kam es zu breiten Vergeltungsmassnahmen noch zu einem Kollaps des Welthandelssystems. Der Grossteil der Welt hielt am Handel fest – wenn auch aus wirtschaftlichem Eigeninteresse.