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Trotz globalem Wettrüsten: Die Schweiz gehört mit ihrem aktuellen Armee-Budget zu den Schlusslichtern

Die jährliche Studie des Stockholmer Friedensforschungsinstituts Sipri zeigt für 2024 einen neuen Rekord an Rüstungsausgaben. Die Übersicht basiert auf öffentlich zugänglichen Daten. Die weltweiten Militärausgaben erreichten im Jahr 2024 2718 Milliarden Dollar, was einem realen Anstieg um 9,4 Prozent gegenüber 2023 entspricht und damit dem stärksten Anstieg seit mindestens dem Ende des Kalten Krieges gleichkommt. Die Militärausgaben stiegen in allen Weltregionen, besonders stark in Europa und im Nahen Osten, und erreichten rund 2,5 Prozent des BIP. Über hundert Länder haben 2024 ihre Rüstungsausgaben erhöht. Die fünf grössten – USA, China, Russland, Deutschland und Indien – bestritten mit 1635 Milliarden US-Dollar rund 60 Prozent davon.

© KEYSTONE / ANTHONY ANEX
Sicht auf den Waffenplatz Lyss, am Freitag, 24
© KEYSTONE / ANTHONY ANEX

Die Aufrüstung in Europa trug am stärksten zum globalen Wettrüsten bei. Die Ausgaben der 36 westlichen europäischen Länder stiegen um 17 Prozent auf 470 Milliarden. Alle europäischen Länder erhöhten ihre Rüstungsbudgets, ausser Malta. Russland stockte die Militärausgaben um 38 Prozent auf 149 Milliarden auf, was seit 2015 eine Verdoppelung bedeutet. Die Ukraine gab mit 65 Milliarden (+3 Prozent) rund 43 Prozent so viel aus wie Russland. Mit einem Anteil von 34 Prozent am BIP stemmt das Land derzeit die grössten Verteidigungsausgaben aller Länder. In Westeuropa erhöhte vor allem Deutschland seine Militärausgaben um hohe 28 Prozent auf 89 Milliarden und steht damit an der Spitze. Aber mit 4,2 Prozent Anteil am BIP und einem Zuwachs um 31 Prozent auf 38 Milliarden ist auch Polen daran, die Landesverteidigung stark auszubauen.

Die europäischen Nato-Mitglieder gaben 454 Milliarden aus, womit sie rund 30 Prozent der Nato-Ausgaben bestritten. Mit 66 Prozent ist der Anteil der USA immer noch dominierend. Die USA erhöhten ihre Ausgaben um 5,7 Prozent auf 997 Milliarden, was 37 Prozent der weltweiten Rüstungsausgaben entsprach. Ein bedeutender Teil davon floss in die Modernisierung der Armee und in die nuklearen Kapazitäten, um die strategische Überlegenheit gegenüber Russland und China abzusichern.

China, die zweitgrösste Militärmacht, hat die Militärausgaben um weitere 7 Prozent auf 314 Milliarden gesteigert, mit Schwerpunkten in der Modernisierung, in der Cyberkriegsführung und in der nuklearen Aufrüstung. Das Land hat seine Rüstungsausgaben seit dreissig Jahren ständig aufgestockt und bestreitet heute rund 50 Prozent aller Verteidigungsausgaben in Asien und Ozeanien.

In Relation zum BIP mit 8,8 Prozent das zweitgrösste Armeebudget erreichte Israel. Hier nahmen die Militärausgaben um 65 Prozent auf 47 Milliarden zu und erreichten den höchsten Stand seit dem Sechstagekrieg 1967. Im Gegensatz dazu hat der Iran die Militärausgaben um 10 Prozent auf 8 Milliarden gesenkt.

Mit einem Anteil von 2,3 Prozent an den Staatsausgaben und einem Anteil von 0,7 Prozent am BIP liegt die Schweiz auf den Rängen 122 und 127. Weniger dramatisch präsentiert sich die Lage, wenn man die Militärausgaben pro Kopf der Bevölkerung zum Massstab nimmt. Die Schweiz liegt mit 755 Dollar pro Kopf auf Rang 29 und damit nur knapp hinter der EU mit 823 Dollar pro Kopf. Würde die Schweiz 2 Prozent des BIP für Militärausgaben aufwenden, läge das Land, pro Kopf berechnet, auf Rang fünf, unmittelbar hinter Israel, den USA, Singapur und Saudi-Arabien. Deutschland bringt es auf 1044 Dollar, Österreich auf 576 Dollar.

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