Trotz anerkanntem Flüchtlingsstatus in Griechenland reisen Tausende Migranten weiter nach Deutschland – allein zwischen Januar und Mai 2025 waren es über 8000. Im Vorjahr lag die Zahl laut Bundesinnenministerium bei über 26.000. Diese «Sekundärmigration» widerspricht den Dublin-Regeln, nach denen der EU-Ersteinreisestaat für das Asylverfahren zuständig ist, berichtet die Zeitung Die Welt.
Copyright 2025 The Associated Press. All rights reserved
Während die Bundespolizei an Landgrenzen verstärkt kontrolliere, fehle an Flughäfen die rechtliche Grundlage, um Schutzberechtigte zurückzuweisen. «An Flughäfen klafft eine absurde Lücke», kritisiert Andreas Rosskopf von der GdP. Die Deutsche Polizeigewerkschaft fordert daher eine EU-Notifizierung der Luft- und Seegrenzen.
Gleichzeitig weigert sich Griechenland, anerkannte Flüchtlinge zurückzunehmen – trotz eines Urteils des Bundesverwaltungsgerichts, das Abschiebungen für zulässig erklärte. Begründet wird die Ablehnung mit Überlastung der eigenen Kapazitäten.
Der innenpolitische Sprecher der CDU, Alexander Throm, verlangt: «Niemand hat das Recht, sich das Zielland seines Asylverfahrens auszusuchen.» Auch die AfD fordert ein hartes Vorgehen, unter anderem durch Streichung von Sozialleistungen für doppelt Antragstellende. Die Linke hingegen setzt auf bessere Bedingungen in den Erstaufnahmestaaten. Clara Bünger warnt: «Grenzkontrollen verlagern das Problem nur.»
Migrationsexperte Gerald Knaus schlägt ein Drittstaatenmodell vor, nach dem Flüchtlinge ihr Asylverfahren ausserhalb der EU durchführen müssten – ähnlich dem Abkommen mit der Türkei von 2016: «Ohne Kontrolle bricht die Unterstützung der Bevölkerung weg», sagte Knaus der Welt.