Seit Jahresbeginn sind in der Schweiz drei junge Menschen beim sogenannten Trainsurfing ums Leben gekommen, ein weiterer 17-Jähriger wurde schwer verletzt. Dies zeigen mehrere Polizeimeldungen. Zuletzt erlitt ein Jugendlicher im luzernischen Mosen einen Stromschlag auf dem Dach eines Zuges. Bereits im Januar starben ein 14-Jähriger in Langenthal BE und ein 17-Jähriger in Zofingen AG. Im Februar kam ein 18-Jähriger in Beinwil am See ums Leben.
Claudio Thoma/Keystone
Szenekenner sprechen von einem Wiederaufleben des Trends. «Heute geht es beim Trainsurfing nur noch um Likes und Klicks», sagt der Hamburger Fotograf Yann Kanngiesser dem Tages-Anzeiger. Viele suchten den Adrenalinkick und filmten ihre Aktionen für soziale Medien.
Laut Bundesamt für Verkehr sind in den vergangenen 25 Jahren rund sechzig Personen verunfallt, weil sie unbefugt auf einen Waggon geklettert sind. Eine Ende 2025 veröffentlichte Studie des Universitätsspitals Zürich kommt zum Schluss, dass soziale Medien die Entwicklung begünstigen. Unter dem Titel «Burned for the Likes» untersuchten Forscher zwölf Schwerbrandverletzte nach «Trainsurfing»-Unfällen. Die ermittelte Sterblichkeitsrate liegt bei 45 Prozent pro Unfall.
Über den Gleisen fliessen bis zu 15.000 Volt. Selbst ohne direkten Kontakt kann ein Lichtbogen überspringen. Durchschnittlich 44 Prozent der Körperoberfläche seien bei den untersuchten Patienten verbrannt, heisst es in der Studie. Die SBB verweisen auf laufende Präventionsmassnahmen und haben nach den jüngsten Vorfällen erneut vor den Gefahren gewarnt.