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Totgesagte leben länger: Deutschlands Wirtschaft wächst wieder – nicht schön, nicht laut, aber deutsch genug, um ernst genommen zu werden

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Totgesagte leben länger: Deutschlands Wirtschaft wächst wieder – nicht schön, nicht laut, aber deutsch genug, um ernst genommen zu werden
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Nein, Deutschland ist noch nicht im Koma. Der Patient ist sogar aufgewacht. Langsam, widerwillig, mit Restmüdigkeit. Nach zwei Jahren Stillstand wächst die Wirtschaft wieder. Nicht spektakulär, nicht Instagram-tauglich, sondern deutsch: plus 0,2 Prozent beim BIP. Das ist kein Aufschwung, aber es ist ein Lebenszeichen. Nach der Dauerdiagnose «Kranker Mann Europas» reicht das schon, um festzustellen: Der Patient hat ein starkes Herz, und das schlägt.

SINA SCHULDT / KEYSTONE
Totgesagte leben länger: Deutschlands Wirtschaft wächst wieder – nicht schön, nicht laut, aber deutsch genug, um ernst genommen zu werden
SINA SCHULDT / KEYSTONE

Die Deutschen haben sich in den vergangenen Jahren angewöhnt, jede schlechte Stimmung mit grundsätzlicher Strukturkrise zu verwechseln. Jedes Leck mit Untergang. Dabei ist vieles schlicht Erschöpfung nach Inflation, Energiepanik und Zinsschock. Jetzt beruhigt sich das System. Preise steigen kaum noch, Reallöhne legen zu, Energie ist kein Würgegriff mehr, sondern nur noch eine lästige Rechnung. Es gibt keine Euphorie, aber Berechenbarkeit. Und Berechenbarkeit ist der Treibstoff der Wirtschaft.

Das Miniwachstum kommt nicht aus Exportwundern oder Investitionsrausch. Es kommt von unten. Vom Konsum. Von Menschen, die wieder kaufen, planen, ersetzen, statt zu verzichten. Kein Champagner, eher Mineralwasser. Aber genau so beginnen Konjunkturzyklen. Still, unscheinbar, statistisch unsexy. Wer auf den grossen Knall wartet, verpasst die Bewegung.

Der Staat hilft mit – spät, schwerfällig, aber diesmal nicht wirkungslos. Öffentliche Investitionen stabilisieren, Verteidigungsausgaben schlagen sich in Bilanzen nieder, Zinsen sind wieder kalkulierbar, der Inflationsspuk ist vorbei. Das reicht, um die Abwärtsspirale zu stoppen. Mehr nicht. Aber auch nicht weniger.

Deutschland hat weiter Probleme: Bürokratie, Abgaben, Demografie. Das Endgegner-Trio bleibt. Die Krise ist zäh, aber nicht mehr explosiv. Auch dieses Jahr 2026 wird kein Boomjahr. Aber es wird besser. Spürbar besser. Weil wir uns an Nullwachstum gewöhnt hatten und deshalb schon 1 Prozent wie Frühling wirkt. Vielleicht ist das die eigentliche deutsche Stärke: nicht zu früh zu feiern. Aber wenn sich etwas dreht, dann gründlich.

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