Tony Blair wird nicht Teil des von Donald Trump geplanten «Board of Peace» für Gaza. Wie mit der Angelegenheit vertraute Kreise berichten, scheiterte die Berufung des früheren britischen Premierministers am Widerstand mehrerer arabischer und muslimischer Staaten – nicht zuletzt wegen Blairs unerschütterlicher Unterstützung des Irakkriegs 2003, berichtet die Financial Times.
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Ursprünglich hatte US-Präsident Trump Blair als einzigen namentlich genannten Kandidaten für das Leitungsgremium präsentiert, das im Rahmen eines 20-Punkte-Plans zur Beendigung des Gaza-Kriegs gebildet werden soll. Blair lobte den Plan als «mutig und intelligent» und zeigte sich bereit, mitzuwirken. Der ehemalige Premier galt lange als enger Verbündeter der USA im Nahen Osten und leitete nach seinem Rücktritt 2007 mehrere Friedensinitiativen in der Region.
Doch das Misstrauen gegenüber Blair blieb. Kritiker warfen ihm vor, Palästinenser könnten durch seine Beteiligung marginalisiert werden. Ein Vertrauter Blairs betonte in der Financial Times, dass dessen Ausschluss formal begründet sei: Das Gremium bestehe aus amtierenden Staats- und Regierungschefs, was Blair ausschliesse. Er werde jedoch voraussichtlich im Exekutivausschuss mitwirken – gemeinsam mit Jared Kushner und Trump-Berater Steve Witkoff.
Auch Trump selbst hatte bereits im Oktober auf mögliche Einwände hingewiesen: «Ich mag Tony sehr, aber ich will wissen, ob er für alle akzeptabel ist.» Als Vorsitzender des künftigen Exekutivausschusses ist laut FT nun der frühere UN-Sondergesandte und bulgarische Verteidigungsminister Nikolai Mladenow vorgesehen. Seine Rolle erinnert an jene, die ursprünglich für Blair angedacht war – als eine Art übergeordneter Koordinator des Wiederaufbaus.
Zwar wurde bislang kein einziger Staatschef für das «Board of Peace» offiziell benannt, Trump spricht dennoch von Fortschritten und kündigte kürzlich den baldigen Beginn der nächsten Phase an.