Albert Rösti ist, was seine Veranlagung betrifft, wahrscheinlich unser bester Bundesrat. Er ist ein typischer Schweizer, konservativ und ein für die Politik geborener Mensch. Und trotzdem wird er in der Konsequenz mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einem Spaltpilz der Gesellschaft, der sie nicht richtig vorwärtsbringen wird.
Jan Woitas/DPA/Keystone
Ich beginne diesen Artikel, in dem es im Kern um die sozialen Medien und unsere Kinder gehen soll, mit einem Widerspruch in sich selbst und wünschte mir dennoch, dass die Leser nicht schon jetzt von dieser Geschichte und mir genug haben. Gaga, nicht wahr?
Also. Bevor Albert Rösti Bundesrat wurde, kritisierte er mit vollem Hals das Schweizer Fernsehen, weil es als öffentliche Anstalt politisch nicht ausgewogen sei.
Es habe, sagte er, einen starken Linksdrall.
Albert Rösti hatte, was jeder sachlich denkende Mensch in diesem Land bestätigen wird, natürlich recht. Das Schweizer Fernsehen ist, um es einmal etwas scharf zu formulieren, linke Gehirnwäsche pur. 90 Prozent seiner Mitarbeiter sind überzeugt, linke Ideen seien die Basis menschlicher Gerechtigkeit, und bauen ihr politisches Denken auf dieser nicht beweisbaren Überzeugung auf. Die grössten linken Posaunen sind in der Praxis bei unserem Fernsehen die netten Nachrichtensprecherinnen, die einfach devot, folgsam das nachplappern, was ihre linken Vordenker in der Nachrichtenaufbereitung ihnen täglich vorgeben. Entschuldigend für die linken Posaunen kann hier beigefügt werden, dass sie nicht anders können, sonst würden sie sofort zu Abräumerinnen in der betriebseigenen Kantine degradiert.
Der gleiche Mechanismus, wenn auch auf viel höherer Gehaltsstufe, bringt auch unseren besten Bundesrat Albert Rösti in seinem wichtigen Amt nun dazu, ein Spaltpilz der Gesellschaft zu werden. Als für Medien verantwortlicher Bundesrat vergass er kürzlich vor der Volksabstimmung über unsere öffentlich bezahlte linke Gehirnwäsche seine Prinzipien, die ihn zum Bundesrat gemacht hatten. Half der linken Gehirnwäsche zum Überleben, indem er ihr wichtigstes Problem einfach hinter einer nicht mehr zeitgemässen Definition des Service public versteckte. Service public ist beim heutigen Stand der Technik nämlich längst keine Aufgabe einer Fernsehanstalt mehr, die nicht einmal mehr 10 Prozent der Gesellschaft anspricht, sondern müsste über die Handys abgewickelt werden, die 90 Prozent der Bevölkerung ständig bei sich haben. Israel macht dies in seinem ständigen Kriegsmodus am besten vor. Wer den Service public einer elitären TV-Anstalt überlässt, die aus falschem Verständnis des Journalismus wie bei uns – Belehrung statt Orientierung – publiziert, handelt nicht zu ihrem Ausgleich, er spaltet sie.
Und nun kommen wir endlich, endlich zum Kern dieser Geschichte, die eine Problematik anspricht, die wirklich völlig absurd ist. Das Verbot der sozialen Medien für die Welt von morgen, für unsere Jugend.
Es ist kaum zu glauben, dass etwa 90 Prozent der Weltöffentlichkeit dafür ist, dass Jugendliche in ihrem Konsum der sozialen Medien gesetzlich eingeschränkt werden sollen. Denn 90 Prozent der sozialen Medien sind absolut positiv für die Entwicklung unserer Kinder. Sie dienen heute als Orientierungshilfe und Erklärung aller Fragen, die Jugendliche an das praktische Leben, an die Welt haben. Sind dazu zum absoluten Blockbuster der Unterhaltung geworden. Dass Menschen dann allerdings ihre Schwäche ausleben könnten, süchtig nach Unterhaltung zu werden, ist kein Phänomen, dass die sozialen Medien geschaffen haben.
Ein paar Prozente der sozialen Medien versuchen nun leider, die Kinder der Welt auszunutzen. Wie ein paar Prozente der Menschheit ständig versucht, dem grossen Teil der Menschheit mit Verbrechen Schaden zuzufügen. Um davon zu profitieren. Pornografie, Drogen, Gewalt, Betrug, Erpressung und Sucht.
Darum aber den Kindern einen der wichtigsten Faktoren der Entwicklung des heutigen Lebens mit einem Verbot zu erschweren, ist kreuzfalsch. Und in der Tendenz eindeutig Produkt des linken Denkens. Die einfachste Lösung eines Problems ist für Linke immer, dem Problem mit Verboten zu Leibe zu rücken.
Das ist dumm. Und nicht nachhaltig. Richtig wäre es, die Problematik, die Technik der sozialen Medien den Kindern vom Anfang ihrer Erziehung an zu erklären. Ein Kind, das heute ohne soziale Medien aufwächst, wächst in einer Welt auf, die es nicht mehr gibt. Mit der künstlichen Intelligenz wird dieser Faktor von Tag zu Tag wichtiger. Wer aber unseren Kindern den Weg zur tatsächlichen Entwicklung des Lebens erschwert, handelt unverantwortlich.
Der linke Mainstream würde besser konsequent fordern, dass soziale Medien, die digitale Entwicklung der Zeit, unserer Welt ihnen ab der ersten Klasse in mindestens zwei Stunden wöchentlich bestens und in ihrer totalen Bandbreite erklärt werden. Und sie lehren zu verstehen, dass alles, was vom Menschen erfunden wird, jede technische Entwicklung, neben den hauptsächlich positiven auch eine problematische Seite haben muss. Und man lernen sollte, damit umzugehen, damit zu leben.
Jetzt sind wir wieder zurück bei unserem besten Bundesrat, der Recht hatte mit seiner Kritik an unserem linken Fernsehen. Dann ein guter Bundesrat sein wollte, dem wichtiger wurde, ein kollegiales Mitglied des Rates zu werden – als konsequent gegen den linken Zeitgeist zu agieren.
Albert Rösti gesellte sich damit zu jenen, die dafür sorgten, dass heute 90 Prozent der Menschheit der Ansicht ist, ein tatsächliches Verbot einzuführen, könne jemals auch nur ein einziges Kind davor schützen, Schaden vor negativen Begleiterscheinungen gesellschaftlicher Entwicklungen zu nehmen.
Ich nenne dies eine Art Spaltpilz aus opportunistischen Gründen, bester Bundesrat Albert Rösti. Das Gewicht des milliardenschweren öffentlichen Fernsehens im materiellen beschränkten Umfeld der privaten Schweizer Medien ist so gross und gewaltig, dass es immer noch als Panzer für unseren Mainstream dient. Der Linkslastige glaubt, Verbote könnten jemals dazu führen, dass Morde nicht begangen werden.