Die SRG bespielt im Abstimmungskampf um die SRG-Initiative weiterhin mindestens 150 Kanäle in den sozialen Medien. Das ergibt eine neue Zählung von 20 Minuten. Damit bleibt die Onlinepräsenz des gebührenfinanzierten Medienhauses ein Politikum.
Bereits 2023 hatte 20 Minuten 169 Konten auf Instagram, Youtube, Facebook und Tiktok gezählt. Nun wurden im Februar 2026 mindestens 150 aktive Kanäle erfasst – neu wird auch Whatsapp bespielt. Die Recherche erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, da die SRG keine offizielle Gesamtliste ihrer Kanäle zur Verfügung stellte.
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Die Initianten der SRG-Initiative sehen in der breiten Social-Media-Präsenz eine Abweichung vom Service-public-Auftrag. Die SRG solle sich auf den «zentralen Auftrag des Service public konzentrieren», so die Forderung. Auch private Medien kritisieren seit Jahren eine aus ihrer Sicht verzerrte Konkurrenz durch gebührenfinanzierte Online-Angebote.
Die SRG weist die Kritik zurück. Man erreiche über digitale Plattformen insbesondere junge Zielgruppen, die klassische lineare Programme kaum noch nutzten. Auf Anfrage bestätigt das Unternehmen, die Präsenz auf Drittplattformen zuletzt «überall stark reduziert» zu haben. Seit 2023 seien 19 Kanäle weniger online oder aktiv.
Während auf Facebook deutlich reduziert wurde – dort sind es noch mindestens 39 Konten –, legte die SRG auf Tiktok zu: Statt 12 werden inzwischen mindestens 21 Kanäle bespielt. Instagram führt mit 44 Profilen, hinzu kommen mindestens sechs Whatsapp-Kanäle. Wie viele Stellenprozente die Betreuung bindet, will die SRG nicht beziffern. Eine eigene offizielle Gesamtzahl der Kanäle werde «zu gegebenem Zeitpunkt» kommuniziert.