Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) soll seinen Doktortitel verlieren. Die Technische Universität Chemnitz habe Voigts Anwaltskanzlei über die Aberkennung informiert, berichtet die Bild-Zeitung. Der Regierungschef kündigte an, gegen die Entscheidung vor dem Verwaltungsgericht zu klagen.
Voigt war 2008 mit der Dissertation «Der amerikanische Präsidentschaftswahlkampf. George W. Bush gegen John F. Kerry» promoviert worden. Später kamen Vorwürfe auf, er habe einzelne Quellen nicht im Original ausgewertet, sondern aus Sekundärliteratur übernommen. Die TU Chemnitz leitete daraufhin ein Untersuchungsverfahren ein.
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Nach Angaben der Anwälte hatte ein von der Universität selbst beauftragter externer Gutachter im Februar 2025 festgestellt: «Die Lektüre der Arbeit zeigt eine selbständige wissenschaftliche Leistung, die den Ansprüchen an eine Doktorarbeit genügt.» Umfang und Qualität der beanstandeten Stellen seien nicht ausreichend, um den Doktorgrad zu entziehen.
Die Universität habe dieses Gutachten jedoch nicht berücksichtigt und stattdessen neue Bewertungsmassstäbe angewendet, die erstmals in diesem Verfahren genutzt worden seien, kritisieren Voigts Anwälte.
Voigt erklärte, der wissenschaftliche Kern seiner Arbeit sei unstrittig. «Warum die Universität ihrem eigenen Gutachten nicht folgt, ist für mich nicht nachvollziehbar», sagte er.