Deutschland fällt im neuen Weltbank-Ranking zur Kaufkraftparität (PPP) vom fünften auf den sechsten Platz zurück. Wie die Berliner Zeitung unter Berufung auf aktuelle Daten berichtet, liegt nun sogar Russland vor der Bundesrepublik – trotz Sanktionen und hoher Inflation.
Die Kaufkraftparität zeigt, wie viel sich ein Durchschnittsbürger in einem Land leisten kann. Anders als das Bruttoinlandsprodukt berücksichtigt sie Lebenshaltungskosten und Preisniveaus. Mit anderen Worten: Es geht nicht nur um das, was eine Volkswirtschaft erwirtschaftet, sondern um das, was davon bei den Menschen ankommt.
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Dass Deutschland nun hinter Japan und Russland liegt, hat konkrete Ursachen. Zwar stieg das deutsche PPP-BIP nominal leicht an – bedingt durch Inflation und Wechselkurse. Doch real schrumpfte die Wirtschaft 2024 um 0,2 Prozent. Gleichzeitig steigen die Lebenshaltungskosten spürbar: In Metropolen wie Berlin, Hamburg oder München ziehen Mieten, Dienstleistungen und Energiepreise weiter an. Laut dem IW-Wohnindex stiegen die Mieten in Berlin allein zwischen 2022 und 2024 um 27 Prozent. Diese Entwicklung drückt spürbar auf die reale Kaufkraft der Bevölkerung – ein Faktor, der im PPP-Ranking stark ins Gewicht fällt. Der Rückfall im Ranking ist damit kein statistischer Ausrutscher, sondern Ausdruck eines anhaltenden Kaufkraftverlusts.