Gut zu wissen, dass sich Berlins Bürgermeister nicht gelangweilt hat, derweil Zehntausende seiner Mitbürger in eisigen, dunklen Wohnungen ausharrten. Er habe nicht «die Füsse hochgelegt», versicherte Kai Wegner – nachdem er erst geschlagene dreissig Stunden nach dem Stromausfall öffentlich auftrat.
Normalerweise erwarten Bürger von Politikern an der Spitze ihrer Gemeinwesen, dass sie in Krisenstunden Mut machen, Zuversicht spenden, sich am Ort des Geschehens sehen lassen.
SEBASTIAN GOLLNOW / KEYSTONE
Nicht Wegner. Er gehört zu jener CDU-Generation, die unter Angela Merkel hochkam. Durchsetzungsfähigkeit, Führungsqualitäten, eine eigene Meinung waren für die Karriere eher hinderlich. In ihre Ämter gelangten sie am Rockzipfel der Kanzlerin oder als kleineres Übel, weil Sozialdemokraten noch schlechter regierten.
Bei Wegner gesellt sich zur Unfähigkeit Unverschämtheit. Die patzige Antwort, er habe sich nicht gelangweilt, ist eine Ohrfeige für alle Berliner Bürger.
Dann gelobte er, dass die Täter «eine gerechte Strafe» erhalten würden? Wie bitte? Ist das nicht die Regel in einem Rechtsstaat? Wie wäre es mit einer harten Strafe? Und Täter? Alle reden von einem Blackout – als ob eine Sicherung durchgebrannt wäre. Es war ein Terroranschlag einer kriminellen Vereinigung.
In Berlin wird in diesem Jahr gewählt. Wie es aussieht, könnte die Hauptstadt einen linken Bürgermeister bekommen. Das wäre die nächste Stufe im unaufhaltsamen Abstieg einer dysfunktionalen Metropole.