Pawel Durow, Gründer des Messengerdienstes Telegram, hat Frankreichs Auslandsgeheimdienst beschuldigt, ihn zur Zensur aufgefordert zu haben. Der Chef der DGSE, Nicolas Lerner, habe ihn im «Salon des Batailles» im Pariser Hotel «Crillon» persönlich gebeten, «konservative Stimmen in Rumänien im Vorfeld der Wahlen zu verbannen». Durow erklärte auf X: «Ich lehnte dies strikt ab.»
Mit der Aussage wolle er auf Versuche aufmerksam machen, politische Einflussnahme über digitale Plattformen auszuüben. «Wir haben Demonstranten in Russland, Belarus und Iran nicht blockiert. Wir werden nicht anfangen, das in Europa zu tun», schrieb Durow weiter.
Die französische Regierung sowie die DGSE dementierten die Vorwürfe scharf. Das Aussenministerium erklärte laut Reuters, man weise die Anschuldigungen «kategorisch zurück» und rufe zur «Verantwortung und zum Respekt gegenüber der rumänischen Demokratie» auf. Der Geheimdienst betonte, man habe Durow mehrfach getroffen, um ihn an seine Verantwortung zur Bekämpfung von Terrorismus und Kinderpornografie zu erinnern – jedoch nie zur Beeinflussung von Wahlen.
In der Stichwahl um die rumänische Präsidentschaft setzte sich am Sonntag der EU-freundliche Nicusor Dan gegen seinen konservativen Kontrahenten George Simion durch.
Durow steht derzeit unter gerichtlicher Aufsicht in Frankreich, nachdem er 2024 wegen mutmasslicher krimineller Aktivitäten auf Telegram verhaftet worden war. Trotz laufender Ermittlungen kam er auf Kaution frei und durfte das Land im März 2025 verlassen. Die französische Justiz prüft weiterhin Vorwürfe mangelnder Moderation extremistischer Inhalte auf der Plattform.