Die iranische Frauen-Nationalmannschaft im Fussball ist nach einem Zwischenstopp in Kuala Lumpur seit Tagen ohne Kontakt zur Aussenwelt. Nach Berichten von Aktivisten wurden die Spielerinnen nach der Landung am 11. März in ein Hotel gebracht und stehen seither unter strenger Bewachung von Begleitern aus dem Umfeld des iranischen Regimes.
Dave Hunt/Keystone
Der Konflikt begann während des Asien-Cups in Australien. Beim Spiel gegen Südkorea am 2. März weigerten sich mehrere Spielerinnen, die iranische Nationalhymne mitzusingen und zu salutieren. Im iranischen Staatsfernsehen wurden sie danach als «Verräterinnen» bezeichnet. Aktivisten berichten zudem, einige Spielerinnen hätten in Australien das international bekannte Handzeichen für «Hilfe» gezeigt.
Wie die Bild-Zeitung berichtet, versuchten mehrere Mitglieder des Teams anschliessend zu fliehen. Fünf Spielerinnen verliessen am 8. März das Teamhotel an der Gold Coast und erhielten humanitäre Visa in Australien. Kurz vor dem Abflug aus Sydney nutzten zwei weitere Spielerinnen die Gelegenheit zur Flucht. Eine von ihnen meldete sich später jedoch wieder bei der iranischen Botschaft in Canberra. Beobachter sprechen von massivem Druck auf die Spielerinnen und ihre Familien im Iran.
Einen Tag vor der Rückreise der Fussballerinnen meldete sich auch Teheran zu Wort. Der Sprecher des iranischen Aussenministeriums, Esmaeil Baqaei, schrieb auf der Plattform X an die Mannschaft: «Habt keine Sorge – Iran erwartet euch mit offenen Armen.» Zugleich forderte er die Spielerinnen auf: «Kommt nach Hause.»
Videos aus Kuala Lumpur zeigen die restlichen Spielerinnen bei der Ankunft am Flughafen und im Hotel, umringt von Begleitern aus dem Umfeld der Behörden. Berichten zufolge sollen mindestens drei Spielerinnen der malaysischen Polizei mitgeteilt haben, dass sie nicht in den Iran zurückkehren wollen. Ob sich die Mannschaft weiterhin in Malaysia befindet oder bereits in den Iran gebracht wurde, ist unklar.