Mehrere Tausend europäische Landwirte haben in Strassburg gegen das Freihandelsabkommen der Europäischen Union mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten protestiert. Die Demonstrierenden versammelten sich vor dem Europäischen Parlament, wo in dieser Woche eine Plenarsitzung stattfindet. Wie Medien berichten, beteiligten sich rund 5000 Menschen an dem Protest.
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Neben französischen Landwirten nahmen auch Bauern aus anderen EU-Staaten teil, darunter aus Deutschland. Die Proteste richteten sich gegen das am Wochenende in Paraguay unterzeichnete Abkommen, das noch vom Europäischen Parlament ratifiziert werden muss. Die Landwirte befürchten eine unverhältnismässige Konkurrenz durch günstigere Agrarimporte aus Südamerika.
Am Mittwoch entscheiden die Abgeordneten, ob sie ein Gutachten des Europäischen Gerichtshofs einholen wollen. Geprüft werden soll, ob das Mercosur-Abkommen mit EU-Recht vereinbar ist. Ein solches Gutachten könnte den Ratifizierungsprozess verzögern.
Während der Kundgebung zündeten Demonstrierende Nebelkerzen und hielten Plakate mit Parolen gegen EU-Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen hoch. Der Verkehr in der Stadt war zeitweise stark beeinträchtigt, mehrere Strassen wurden blockiert.