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Symbolbild aus Gundremmingen: Mit dem gesprengten AKW versinkt die deutsche Energiepolitik in Schutt und Asche

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Symbolbild aus Gundremmingen: Mit dem gesprengten AKW versinkt die deutsche Energiepolitik in Schutt und Asche
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Ein Knall, noch einer, ein Rauschen wie von einer heranbrandenden Welle – und die beiden Kühltürme des Kernkraftwerks Gundremmingen sinken in sich zusammen. In Bayern, das auch dank Kernkraft im vergangenen halben Jahrhundert den Wandel vom Agrarland zur prosperierenden Hightech-Region geschafft hat, produziert der deutsche Atomausstieg jetzt wieder symbolträchtige Bilder.

PETER KNEFFEL / KEYSTONE
Symbolbild aus Gundremmingen: Mit dem gesprengten AKW versinkt die deutsche Energiepolitik in Schutt und Asche
PETER KNEFFEL / KEYSTONE

Gundremmingen zählte zu den bedeutendsten Atomstandorten. In der Gemeinde ging 1966 das erste grosse Atomkraftwerk der Bundesrepublik ans Netz. Block A wurde nach rund einem Jahrzehnt abgeschaltet. Zuvor war es zu mehreren schweren Störfällen gekommen, bei denen auch zwei Arbeiter gestorben waren. Die Blöcke B und C, für die die zwei Kühltürme waren, wurden im Jahr 1984 fertiggestellt und gingen damals im Abstand weniger Monate in Betrieb, der bis 2021 dauerte. Die letzten drei deutschen Atomkraftwerke (Emsland, Isar 2 und Neckarwestheim 2) wurden am 15. April 2023 vom Netz genommen.

Pro Block kostet der Abriss, der vornehm «Rückbau» heisst, mindestens eine Milliarde Euro, tatsächlich ist es meistens mehr, weil sich so was hinzieht wie Kaugummi. Der erste abgerissene Mailer, das Atomkraftwerk Niederaichbach, wurde zwanzig Jahre lang «rückgebaut», was zweieinhalb Mal länger ist, als die Bauzeit betragen hatte.

Die Kosten werden von den Betreibern getragen, die verpflichtet sind, dazu Rückstellungen zu bilden. Rund 40 Milliarden Euro haben die Konzerne zurückgelegt. Der Staat hat sich im Gegenzug verpflichtet, die Kosten für die Lagerung des Atommülls zu übernehmen. 24 Milliarden seien das ungefähr, schätzt das Wirtschaftsministerium, so genau weiss das keiner, weil der Müll ein paar Tausend Jahre liegen soll. Die Lager müssen damit so lange halten wie die ägyptischen Pyramiden. 2,4 Milliarden Euro hat der Bund den Konzernen zusätzlich als Entschädigung für die vorzeitige Stilllegung bezahlt.

Während die deutsche Wirtschaft unter völlig wettbewerbslosen Energiepreisen ächzt, während die Strompreise gerade auf ein Achtmonatshoch gestiegen sind und das Laden von Elektroautos an der Säule mehr kostet als das Tanken mit Diesel, während die vorgezogene deutsche Klimaneutralität mit jedem Jahr schwieriger zu erreichen ist, lassen Politik und Energieversorger es in Gundremmingen krachen. Der Meiler ist endgültig eine Ruine – so wie die deutsche Energiepolitik.

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