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Surfer-Legende Kai Lenny über hohe Wellen und Schweizer Taucheruhren

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Surfer-Legende Kai Lenny über hohe Wellen und Schweizer Taucheruhren
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Der Vorname Kai, so sehr er danach klingen mag, deutet nicht auf eine deutsche Abstammung hin. Kai Lennys Eltern, auf Maui lebende Amerikaner, haben ihren älteren Sohn nach dem Ozean benannt. «Kai» bedeutet in der hawaiianischen Sprache nichts anderes als «Meer». Kai Lenny hat diese Andeutung schon als Kleinkind verstanden. Mit drei Jahren stellten ihn die surfenden Eltern zum ersten Mal aufs Brett. Und als Schüler gab er sich den Übernamen «Waterman». Seither bedeuten die Bretter, mit denen man übers Wasser flitzen kann, für ihn die Welt. Wellenreiten, Windsurfen, Kitesurfen, Wingfoiling ... Im Stand-up-Paddling ist Lenny achtfacher Weltmeister, die Big-Wave-Challenge im portugiesischen Nazaré hat er ebenfalls schon gewonnen, und er ist Mitglied der amerikanischen Surfer’s Hall of Fame. Seine Hand- und Fussabdrücke durfte er – analog zu den Filmstars auf Hollywood’s Walk of Fame – im Beton am Pacific Coast Highway im kalifornischen Surferparadies Huntington Beach verewigen. Die Surfwelt feiert den Hawaiianer als begabtesten Wassersport-Allrounder der Gegenwart. Doch manchmal, zum Beispiel dann, wenn er auf Stippvisite in der Schweiz ist, tauscht Kai Lenny Wasser gegen Schnee. Wir aber haben ihn nicht auf der Piste getroffen, sondern anlässlich eines Besuchs bei seinem Sponsor, der Uhrenmarke TAG Heuer aus La Chaux-de-Fonds.

Brian Bielmann / AFP / Getty Images, PD
Surfer-Legende Kai Lenny.
Brian Bielmann / AFP / Getty Images, PD

WW Magazin: Kai Lenny, Sie sind in Hawaii geboren. Wird man da selbstverständlich Surfer, oder ist das ein Klischee?

Kai Lenny: Nun ja, Klischees sind manchmal wahr. Ich bin ein Produkt meiner Umgebung. Surfen wurde von den Hawaiianern erfunden. Es ist Teil unserer Kultur, es ist normal. Erst wenn man später um die Welt reist, merkt man, dass das, was man von Geburt an erleben durfte, etwas Besonderes und Einzigartiges ist. Man muss das wirklich wertschätzen, dankbar dafür sein und es nicht als selbstverständlich ansehen. Egal, wo man hinkommt auf der Welt, sind die Leute begeistert und wollen über Hawaii reden.

Surfen Sie überall?

Überall, wo ich kann. Auch auf Schweizer Seen. Man kann andere Varianten des Surfens ausprobieren, die einem das Gefühl geben, eine Welle zu reiten. Sie kann ein paar Zentimeter gross sein oder hundert Meter hoch. Es ist nicht dasselbe wie in Hawaii, aber mit der richtigen Ausrüstung kann man es immer und überall versuchen.

Welches ist der ultimative Surfspot?

Das kommt darauf an, welche Art Surfen man bevorzugt. Hawaii ist natürlich das Mekka des Surfens. Die beste Big Wave der Welt ist Jaws in der Nähe meines Hauses auf Maui. In Europa besuche ich gerne Nazaré in Portugal. Der Ort ist einzigartig, weil sich die Wellen dort so sehr von den hawaiianischen Wellen unterscheiden.

Sie haben drei junge Töchter. Sehen Sie deren Zukunft auch auf dem Surfbrett oder im Meer?

Ja, absolut. Ich hoffe, dass meine Mädchen das Meer genauso lieben wie ich. Nicht weil ich möchte, dass sie Profi-Surferinnen werden. Ich möchte einfach, dass sie das geniessen können, was ich so sehr liebe.

Wir sind auch hier, um über Uhren zu sprechen. Die komplexe Mechanik einer Armbanduhr und grosse Wassermengen vertragen sich nicht besonders gut ...

... das stimmt …

Wann haben Sie sich zum ersten Mal für Uhren interessiert?

Als Kind waren Uhren sehr wichtig, denn um zur richtigen Zeit am richtigen Strand oder Surfspot zu sein, musste ich die Uhrzeit kennen. Und dadurch wusste ich auch, wie hoch die Gezeiten waren. Zeit war also schon immer ein entscheidender Faktor. Und wenn man an Wettkämpfen teilnimmt, versucht man auch, seine Zeit optimal einzuteilen. Es geht darum, die besten Wellen in kürzester Zeit zu erwischen.

Haben Sie das richtige Instrument dazu gefunden?

O ja. Meine Beziehung zu TAG Heuer begann vor zehn Jahren, als sie Sponsor eines Big-Wave-Events auf Hawaii waren. So konnte ich von meiner billigen Surfuhr, die ständig kaputtging, auf eine Uhr umsteigen, mit der ich mich erst nicht ins Meer getraut habe. Aber mir wurde gesagt: «Nein, diese Uhren wurden in der Schweiz hergestellt und gehören zu den robustesten auf dem Markt.» Seither surfe ich damit die grössten Wellen der Welt. Sie sind in meiner gesamten Ausrüstung vielleicht das einzige Werkzeug, das nicht so schnell kaputtgeht wie alles andere.

Wie viele Uhren besitzen Sie?

In den letzten zehn Jahren sind es ganz schön viele geworden. Meine Hauptuhr ist die «TAG Heuer Aquaracer». Als Taucheruhr passt sie perfekt, auch auf dem Ozean. Sie ist für extrem hohen Druck ausgelegt. Selbst bei starken Stössen in der Brandung dringt kein Wasser in die Uhr ein, sie geht nicht kaputt. Zu meinen Lieblingsuhren gehört auch die «TAG Heuer Connected». Wir leben in einer datengetriebenen Welt. Die Möglichkeit, meine Reisegeschwindigkeit zu berechnen, Live-Vorhersagen abzurufen, die Daten meiner Surf-Sessions zu nutzen, etwa wie der Wind und die Gezeiten sich entwickeln, das ist genauso wichtig.

Wenn Sie eine massgeschneiderte Uhr für sich anfertigen lassen könnten, welche Funktionen würden Sie sich wünschen?

Ich wüsste nicht, was ich an der «TAG Heuer Aquaracer» ändern würde. Vielleicht würde ich mir eine eigene Farbe aussuchen. Vielleicht eine blau-rote Farbkombination, weil meine Surfbretter diese Farbe haben.

Sie verbringen einen Grossteil Ihres Lebens im und auf dem Meer und sehen die ökologischen Veränderungen, mit denen wir konfrontiert sind. Was bereitet Ihnen die grössten Sorgen?

Ich halte Plastikverschmutzung für sehr schädlich. Der Ozean ist so riesig und so kraftvoll. Er kann zwar vieles aufnehmen, aber es gibt Regionen mit sehr viel Müll. Für den Ozean ist es schwierig, sich von dieser ständigen Verschmutzung zu erholen. Mir ist es ein Anliegen, dass wir Einwegplastikprodukte, die wir täglich verwenden, zumindest teilweise durch biologisch abbaubare Einwegprodukte ersetzen, die etwa aus Pilzen oder Algen gefertigt sind. So müssten wir unsere Lebensgewohnheiten nicht komplett ändern.

Dieses Gespräch erschien in der aktuellen Ausgabe des WWMagazins.

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