Südafrika hat zwischen April und Juni 2025 mehr als 9000 afrikanische Migranten ohne gültige Papiere abgeschoben. Das gab Michael Masiapato, Leiter der südafrikanischen Grenzschutzbehörde, bei einer Lagebesprechung bekannt. Die Massnahme ist Teil verschärfter Grenzkontrollen, mit denen die Regierung auf den anhaltenden Migrationsdruck reagiert.
JEROME DELAY / KEYSTONE
Wie das Portal Africa live berichtet, stammen die meisten Abgeschobenen aus Nachbarländern wie Simbabwe, Moçambique und Lesotho. Hauptgründe für die Migration seien wirtschaftliche Perspektivlosigkeit und erhebliche Unterschiede im Lebensstandard. Seit Mitte 2022 haben die Behörden nach eigenen Angaben rund 500.000 illegale Grenzübertritte verhindert.
Die Migrationspolitik stösst zunehmend auf Kritik. Aktivisten und Teile der Bevölkerung werfen den Behörden vor, Migranten für Probleme auf dem Arbeitsmarkt und bei staatlichen Dienstleistungen verantwortlich zu machen. Laut Uno leben rund drei Millionen Menschen ohne regulären Aufenthaltsstatus in Südafrika.
Gleichzeitig weisen Studien darauf hin, dass Migranten bedeutende Beiträge in Sektoren wie Landwirtschaft, Bauwesen und Haushaltsarbeit leisten. Trotz fehlender Belege für einen Zusammenhang zwischen Migration und Arbeitslosigkeit bleibt die öffentliche Wahrnehmung gespalten.
Internationale und regionale Lösungsansätze fehlen bislang. Versuche der Afrikanischen Union oder regionaler Staatenbündnisse, die Migration koordiniert zu steuern, haben laut Bericht keine nachhaltigen Ergebnisse gebracht.