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Sturm aufs Kapitol wird neu ausgeleuchtet: Die bisherige Untersuchung sei «voreingenommen gegenüber Präsident Donald Trump» gewesen. Im Fokus jetzt die Frage: Warum haben Demokraten trotz Warnungen keine Verstärkung der Sicherheitstruppen zugelassen

Es war einer der schwärzesten Tage der jüngeren US-Geschichte. Ein Mob von Trump-Anhängern enterte am 6. Januar 2021 das Kapitol, im Zorn über die verlorene Wahl ihres Präsidenten.

Eine Untersuchung vor knapp drei Jahren kam zum Schluss: Trump trage die Hauptschuld. Er habe Anhänger aufgestachelt, Gewalt auszuüben, um gegen den Wahlausgang zu protestieren. Und: Die Untersuchung regte an, Trump vor einer Neu-Kandidatur auszuschliessen.

MICHAEL REYNOLDS / KEYSTONE
epa08923448 Pro-Trump protesters occupy the grounds of the West Front of the US Capitol, including the inaugural stage and viewing stands, in Washington, DC, USA, 06 January 2021
MICHAEL REYNOLDS / KEYSTONE

Die Geschichte nahm einen anderen Lauf. Trump ist zurück im Weissen Haus, getragen von einem soliden Volksmehr bei den Wahlen letzten November.

Nun wollen die Republikaner neues Licht ins Dunkel werfen. «Republikaner haben sich darüber beschwert, dass die ursprüngliche Untersuchung, die von den Demokraten geleitet wurde, voreingenommen gegenüber Präsident Donald Trump war», berichtet die Washington Post.

Die Kritik ist nicht neu. Und sie ist nicht an den Haaren herbeigezogen. Das ursprüngliche Untersuchungskomitee war von Demokraten mit einer Mehrheit von Demokraten bestückt worden. Und zentrale Fragen zum Ursprung und Hergang des Sturms wurden kaum thematisiert.

Diesen will sich nun ein neuer Unterausschuss unter Leitung des Republikaners Barry Loudermilk annehmen, wie eine Mehrheit im Repräsentantenhaus am Mittwoch beschlossen hat. «Wie konnten die Massen in das Kapitol eindringen? Hier gibt es ein grosses Versagen bei den Sicherheitsdiensten», so Lowdermilk.

Zuständig für die Sicherheit im Kapitol ist die Kapitols-Polizei. Die stand damals unter dem Oberbefehl der demokratischen Mehrheitsführerin im Repräsentantenhaus, Nancy Pelosi.

Vor dem Sturm gab es in Sicherheitskreisen etliche Warnungen vor möglicher Gewalt. Zuerst wurden diese in den Wind geschlagen. Drei Tage vor dem Sturm schätzte die Kapitols-Polizei die Sicherheitslage neu und gefährlicher ein, wie die Weltwoche berichtete.

Jetzt fragte man bei Pelosi um die Erlaubnis nach, die Nationalgarde als Präventiv-Massnahme einzusetzen. Die Antwort wurde verschleppt. Die Bitte schliesslich abgelehnt.

Das war nicht der einzige Sicherheitsflopp. Das Pentagon, damals noch unter Trumps Leitung, offerierte 20.000 Nationalgardisten.

«Wir haben uns Tage vor dem 6. Januar an die Kapitol-Polizei, den Geheimdienst und die Strafverfolgungsbehörden sowie an Bürgermeisterin (von Washington D.C.) Bowser gewandt und sie gefragt: ‹Wollt ihr Tausende von Nationalgardisten für den 6. Januar?›», so Kash Patel, damals Stabschef im Pentagon (heute Direktor des FBI). Doch: «Sie alle sagten nein.»

So blieb die Kapitols-Polizei völlig unterdotiert. Und letztlich wehrlos gegen den Mob.

Der neue Unterausschuss sei «befugt und beauftragt, eine umfassende und vollständige Untersuchung» der Ereignisse durchzuführen, so der designierte Vorsitzende Lowdermilk.

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