Trotz Rekordvermögen von Milliardären, explodierender Immobilienpreise und wachsender Sorgen in westlichen Industrieländern über soziale Spaltung zeigt eine neue Analyse: Die weltweite wirtschaftliche Ungleichheit ist im Rückgang begriffen. Besonders bei den Konsumausgaben nähern sich Arm und Reich zunehmend an, berichtet der Economist im Artikel «Die Welt ist gleichberechtigter, als Sie denken».
© KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT
Wie das World Data Lab in einer Studie ausführt, hat sich das Verhältnis der Konsumausgaben zwischen den reichsten 10 Prozent und den ärmsten 50 Prozent der Weltbevölkerung seit dem Jahr 2000 mehr als halbiert – von 40:1 auf rund 18:1. Auch der Anteil des reichsten 1 Prozents an den globalen Ausgaben ist rückläufig.
Getrieben wird diese Entwicklung vor allem durch das starke Wachstum in ärmeren und mittleren Volkswirtschaften. Während viele Industrieländer stagnieren, holen Staaten mit niedrigem Einkommen wirtschaftlich auf. So ist etwa das Verhältnis der durchschnittlichen Konsumausgaben eines US-Amerikaners zu denen eines Inders in den letzten 25 Jahren von über 16:1 auf unter 8:1 gefallen.
Innerhalb einzelner Staaten kann das Bild jedoch anders aussehen. In Ländern wie Japan, Dänemark oder Schweden hat sich die Kluft zwischen Arm und Reich in der letzten Dekade vertieft. Gleichzeitig zeigen Daten, dass sich in anderen europäischen Staaten wie Spanien, Griechenland, Frankreich oder Grossbritannien die unteren Einkommensschichten den oberen zuletzt stärker angenähert haben.