Männer tendieren zu rechten Positionen, das Herz der Frauen schlägt eher links: So lautet die gängige Meinung. Eine neue Studie, über die der Stern berichtet, soll nun zeigen, dass es damit vorbei ist.
«Frauen sind jetzt auch rechtsradikal», titelt die Illustrierte. Das weibliche Geschlecht sei «genauso anfällig für Rechtsextremismus» wie die Männer.
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Zu Tage gefördert hat dieses Resultat eine Befragung unter 4000 Personen. Das Ergebnis: 6,5 Prozent der Frauen hätten «manifest rechtsextreme Einstellungen» gezeigt, während es bei den Männern nur 4,2 Prozent waren.
Entscheidend für die Aussagekraft der Studie sind die angelegten Kriterien: Was braucht es denn laut den Forschern für die Einstufung als «rechtsextrem»?
Der Studienleiter gibt die Antwort: Doppelt so viele Frauen wie Männer hätten der Aussage zugestimmt: «Es gibt zu viele Ausländer in Deutschland.» Ausserdem sei bei den Teilnehmerinnen die Sorge über eine mögliche deutsche Beteiligung an militärischen Konflikten weiter verbreitet. Und es gebe immer mehr «Tradwives», also Frauen, die sich in erster Linie um Haus und Familie kümmern wollen, statt beruflich Karriere zu machen.
Eine kritische Beurteilung des Höchststands an Ausländern, Angst vor Krieg, eine private Entscheidung für die Rolle als Hausfrau: Das reicht heute bereits, um als «rechtsextrem» eingestuft zu werden. Da erstaunt es wenig, wenn die Zahlen steigen.