Strafverfolgungsbehörden in Deutschland, der Schweiz und Österreich gehen gemeinsam gegen die Verbreitung islamistischer Propaganda im Internet vor. In einer koordinierten Aktion setzten deutsche Ermittler mehr als fünfzig Durchsuchungsbeschlüsse um. Laut Bundeskriminalamt handelt es sich bei den Beschuldigten überwiegend um Jugendliche und Heranwachsende, die als «relevante Adressaten und Verbreiter» extremistischer Inhalte gelten.
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Auch in der Schweiz und Österreich kam es zu Massnahmen. In Luzern führte die Bundesanwaltschaft (BA) eine Hausdurchsuchung wegen des Verdachts auf Propaganda für eine terroristische Organisation durch. Die BA handelte dabei mit Fedpol und der Luzerner Kantonspolizei. Die betroffene Person wurde zur Einvernahme vorgeführt; es gilt die Unschuldsvermutung. Bereits vergangene Woche gab es eine ähnliche Durchsuchung im Kanton Solothurn.
Nach Einschätzung der Sicherheitsbehörden verbreitet sich dschihadistische Propaganda derzeit besonders über Tiktok und Instagram, aber auch über Dienste wie Rocket.Chat, Telegram und spezielle Websites. Eine zentrale Rolle spielen dabei sogenannte Naschids – religiöse Gesänge, die im dschihadistischen Kontext als Kampflieder dienen, Angst schüren und neue Kämpfer anwerben sollen. Viele der von Jugendlichen geteilten Videos werden dem Islamischen Staat zugerechnet und zeigen teils brutale Szenen.