Die 300 Menschen von Blatten, die ihre Wohnungen und Häuser aufgrund des drohenden Felssturzes verlassen mussten, sind schnell untergekommen, vor allem bei Verwandten und Bekannten in den Nachbarsgemeinden. Die Unsicherheit, ob und wann sie zurückdürfen, bleibt gross. Die Anteilnahme im ganzen Land gibt den Betroffenen Mut.
Bei Eric Felley hält sich das Mitgefühl in Grenzen. Der linke Journalist von Le Matin machte sich in einem Kommentar über die Menschen im Lötschental lustig. Es komme nicht von ungefähr, dass ausgerechnet dort die Berge bröckelten, habe sich doch der Walliser Mitte-Ständerat Beat Rieder im vergangenen Jahr gegen das Klima-Urteil des europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) gewehrt. Rieder, selbst aus dem Lötschental stammend, sei vom Jäger zum Gejagten geworden, spottet Felley, der wie viele Journalisten das abstruse Urteil abgefeiert hatte.
Zur Erinnerung: Die Richter in Strassburg sind im Frühjahr 2024 zum Schluss gekommen, dass die Schweiz zu wenig gegen die Klimaerwärmung mache und dadurch die Menschenrechte der im Land lebenden Seniorinnen verletzen würde. Die Eidgenössischen Räte machten in einer Erklärung – initiiert und ausgearbeitet von Rieder – klar, dass die Schweiz bereits genug mache und man deshalb dem Urteil keine weitere Folge mehr leiste. Auch der Bundesrat stützte sich auf Rieders Erklärung.
Felleys Kommentar ist voller Häme und Verachtung gegenüber den Menschen im Lötschental, die – wie ihr Ständerat – katholischen Glaubens sind und in vielen Belangen eher konservativ ticken. Felley selbst wollte 2009 in die Walliser Regierung, hatte aber nicht den Hauch einer Chance und wurde Letzter. In der Gemeinde Blatten holte er damals 3 Stimmen von 191 Stimmen.