Am Leutschenbach geht die Panik um. Die Begrenzungsinitiative der SVP, die 2026 vors Volk kommt, hat eine bemerkenswerte Betriebsamkeit ausgelöst. Es vergeht kaum ein Tag, an dem Generaldirektorin Susanne Wille nicht neue Sparmassnahmen verkündet – so auch in der Sonntagspresse.
Die ehemalige Moderatorin nimmt in der NZZ am Sonntag und im Sonntagsblick einen weiteren Anlauf, die Schweiz von Dringlichkeit und Verzweiflung ihrer Lage zu überzeugen. Die Rede ist vom Transformationsprojekt «Enavant», das der SRG 270 Millionen Franken einsparen soll – rund 17 Prozent des Budgets; mit einem Stellenabbau im hohen dreistelligen Bereich.
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Dies wäre aber erst der Anfang. Eine vom Bundesamt für Kommunikation (Bakom) in Auftrag gegebene Studie zeigt: Sollte die Initiative angenommen werden, müsste die SRG über 3000 Mitarbeitende (von insgesamt über 7000) entlassen. Beim Beobachter aus der Halbdistanz stellt sich hier aber die Frage: Was um alles in der Welt arbeiten 7000 Personen in der SRG?
Das Bakom als Absender der schlechten Nachricht wirkt ohnehin nicht sonderlich glaubwürdig. Schliesslich tritt die staatliche Dachorganisation als Interessensvertreterin und (quasi) Beschützerin der SRG auf.
Willes Argumentarium wird spätestens bei der eigenen Person (beziehungsweise dem eigenen Lohn von über 517.000 Franken pro Jahr) brüchig. Dazu entgegnet sie lapidar: «Ich kann nur sagen, dass ich mich jeden Tag voll und ganz für die SRG einsetze.»
Ob dieser Einsatz aber einen Lohn rechtfertigt, der höher ist als das Gehalt einer Bundesrätin (473.000 Franken) und als dasjenige von US-Präsident Donald Trump (400.000 Dollar ≈ 350.000 Franken), bleibt offen. Auf die Frage, ob sie bei einer Annahme der Halbierungsinitiative weiter SRG-Direktorin bleibe, antwortet Wille zögerlich – und sagt dann: Auch ihre Zukunft hänge von der Abstimmung ab.