Seit Anfang 2025 sendet Radio SRF nicht mehr über UKW – mit deutlichen Folgen: Die SRG verliert massiv Publikum. Laut neuen Zahlen des Forschungsinstituts Mediapulse büssen SRF 1 und SRF 3 zusammen über 470.000 Hörerinnen und Hörer ein. Auch SRF 2 Kultur verliert deutlich. Insgesamt sinkt die SRG-Radioreichweite in der Deutschschweiz um 13,6 Prozent. Besonders betroffen ist der mobile Empfang im Auto.
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UKW – lange Zeit der Standard in der Radiowelt – wurde von der SRG als überholt erklärt. Nur noch rund 10 Prozent der Bevölkerung nutzten die analoge Technik exklusiv, vor allem im Auto. Wie der Tages-Anzeiger berichtet, erhoffte sich die SRG mit dem Umstieg auf DAB+ und Internet jährliche Einsparungen in Höhe von fünfzehn Millionen. Doch zeigt sich nun, dass sich gewisse Technologien – entgegen strategischer Planung – beim Publikum doch etwas zäher behaupten.
Während SRF zurückfällt, legen private Anbieter spürbar zu. Radio Zürisee wächst um 23,5 Prozent, Energy Zürich um 16 Prozent. Auch Radio Pilatus und Radio 24 verzeichnen ein Plus. Viele dieser Sender setzen weiter auf UKW – noch, denn bis Ende 2026 sollen auch sie umstellen. Die Einstellung des UKW-Rundfunks auch für Privatradios ist derzeit für den 31. Dezember 2026 geplant. Die Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Nationalrats fordert allerdings mit einer Motion, darauf zumindest vorläufig zu verzichten.
Die SRG verweist auf den laufenden Digitalisierungsprozess: Heute erfolgen bereits 87 Prozent der Radionutzung über DAB+ oder Internet. Doch der frühe Ausstieg aus UKW hat nicht nur Kosten gespart – sondern auch Publikum gekostet.