Russland kehrt schrittweise auf die olympische Bühne zurück – trotz des anhaltenden Kriegs gegen die Ukraine. Das Internationale Olympische Komitee (IOK) lässt für die Winterspiele 2026 in Mailand und Cortina dreizehn russische Athletinnen und Athleten zu. Offiziell starten sie als «neutrale Einzelsportler» ohne Flagge und Hymne, doch die Richtung ist klar: Das IOK setzt auf eine langsame Wiedereingliederung des russischen Sports.
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IOK-Präsidentin Kirsty Coventry stellte sich in ihrer ersten Grundsatzrede deutlich hinter dieses Vorgehen. «Der Kern unseres Auftrags ist Sport», sagte sie in Mailand. «Unser Spiel ist Sport. Das heisst, der Sport muss neutral bleiben. Ein Ort, an dem jeder Sportler frei teilnehmen darf, ohne dass er von der Politik seiner Regierung gehindert wird.»
Ein besonders auffälliger Gast in Mailand war Schamil Tarpischtschew, langjähriger Chef des russischen Tennisverbands und bestens vernetzt im internationalen Sportbetrieb. «Es war sehr positiv, was unsere Anstrengungen in Sachen Teilnahme angeht», sagte er über sein Gespräch mit Fifa-Präsident Gianni Infantino. Die Rückkehr Russlands in den Weltsport sei im Gange – Schritt für Schritt.
Dabei bleibt die Rolle der Armee im russischen Sportsystem ein zentraler Punkt. Andererseits sind viele russische Athleten auch Soldaten oder kommen aus Vereinen des Militärs. Dass das IOK sie dennoch zulässt, wird mit dem Anspruch auf politische Neutralität begründet – und mit dem Ziel, die Strahlkraft der Spiele zu erhalten.