Die spanische Regierung will den Aufenthaltsstatus von Hunderttausenden Migranten ohne gültige Papiere legalisieren und ihre Integration in den Arbeitsmarkt beschleunigen, wie Medien berichten.
Migrationsministerin Elma Saiz erklärte, man stärke «ein Migrationsmodell, das auf Menschenrechten und Integration beruht und mit Wirtschaftswachstum und sozialem Zusammenhalt vereinbar ist». Ökonomen führten das vergleichsweise starke Wirtschaftswachstum Spaniens und den Rückgang der Arbeitslosigkeit auch auf die Offenheit für Einwanderung zurück, sagte Saiz.
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Nach Schätzungen der Regierung könnten rund 500.000 Menschen von der Regelung profitieren, die meisten aus Lateinamerika. Migranten sollen eine Aufenthaltserlaubnis im beschleunigten Verfahren beantragen können, wenn sie Ende 2025 seit mindestens fünf Monaten in Spanien gelebt haben und nicht vorbestraft sind. Die Genehmigung soll für Erwachsene zunächst ein Jahr, für Kinder fünf Jahre gelten und verlängerbar sein. Nach zehn Jahren ist eine Einbürgerung möglich, für Lateinamerikaner teils früher.
Da es sich um ein Dekret handelt, kann die Regierung die Massnahme ohne Zustimmung des Parlaments in Kraft setzen. Die Opposition kündigte Widerstand an. Der Vorsitzende der konservativen Volkspartei, Alberto Núñez Feijóo, erklärte, eine künftige Regierung werde die Migrationspolitik rückgängig machen.
Laut der Denkfabrik Funcas lebten Anfang vergangenen Jahres rund 840.000 Menschen ohne Papiere in Spanien.