In der südspanischen Stadt Jumilla dürfen Muslime künftig keine öffentlichen Einrichtungen mehr für die Feier religiöser Feste nutzen. Der Gemeinderat beschloss das Verbot auf Antrag der konservativen Volkspartei (PP) mit Unterstützung der rechten Vox-Partei, berichtet die Zeitung Daily Mail. In der Begründung heisst es, öffentliche Räume dürften nicht für «religiöse, kulturelle oder soziale Aktivitäten, die unserer Identität fremd sind», verwendet werden – es sei denn, die Veranstaltungen würden offiziell von der Gemeinde organisiert.
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Der Schritt erfolgt weniger als einen Monat nach gewaltsamen Ausschreitungen in der nahegelegenen Stadt Torre Pacheco, bei denen mehrere Menschen verletzt wurden – die Weltwoche berichtete. Auslöser war der Angriff auf einen 68-jährigen Mann, für den spanische Medien drei junge Männer nordafrikanischer Herkunft beschuldigen. In sozialen Netzwerken wurden daraufhin Aufrufe zu einer «Jagd auf Migranten» verbreitet.
Muslimische Verbände reagierten empört. Mounir Benjelloun Andaloussi Azhari, Präsident der Spanischen Föderation Islamischer Organisationen, sprach von einer «islamophoben und diskriminierenden» Entscheidung: «Sie gehen nicht gegen andere Religionen vor, sie gehen gegen unsere.» Juristen warnen zudem, das Verbot könne gegen Artikel 16 der spanischen Verfassung verstossen, der die Religionsfreiheit garantiert.