SRF hat den eigenen Liveticker mit einem Foto der jubelnden Gegner der SRG-Initiative bebildert. Darauf zu sehen: Vor allem die viel Platz einnehmende SP-Nationalrätin Jacqueline Badran, ihre Grüne-Kollegen Florence Brenzikofer, Michael Töngi und Christine Badertscher sowie GLP-Präsident Jürg Grossen. Sie alle freuen sich über das Nein zur SRG-Initiative. Vor allem bei Badran verständlich: Ihre Partei, die SP, hat – nach allem, was man heute weiss – 1,2 Millionen Franken in den Abstimmungskampf für die SRG «investiert».
Mit auf dem Bild ist auch der SRF-Journalist Georg Halter zu sehen, der sich ebenfalls freut, oder zumindest im Strudel der kollektiven Emotionen mit den linken Politikern lacht. Man kann das Halter nicht verübeln. Zum einen, weil die SRG-Initiative ihn sowie alle SRG-Mitarbeiter potenziell hätte betreffen können. Die Belastung innerhalb der Redaktionen war in den letzten Monaten gross. Zum anderen, weil ein Lächeln auf einem Bild allein noch nichts darüber aussagt, wie man berichtet. Halter gilt als nüchtern-sachlicher Berichterstatter aus dem Bundeshaus.

Gleichwohl liefert das Foto den SRG-Kritikern einen Beweis, die – wissenschaftlich erwiesene – Linkslastigkeit des Staatssenders bestätigt zu sehen. Das hat wohl auch der Tagesleiter oder der Bildchef im SRF-Newsroom so gesehen. Plötzlich wurde das Standbild auf dem Liveticker geändert, SRG-Journalist Halter war plötzlich aus dem Rahmen und damit «abgeschnitten», einfach weg. Später nahm man dann ein Bild von SVP-Nationalrat Thomas Matter, dem Gesicht der SRG-Initiative, der Verlierer. So funktioniert ganz normaler linker Agitprop – auch an einem Abstimmungssonntag.