Es ist eine Tragödie. In diesem Jahr wurden bereits 23 Frauen von ihren Ehemännern oder Partnern getötet.
Vor wenigen Tagen hat ein Algerier in Corcelles bei Neuenburg seine ehemalige Partnerin sowie deren zwei Töchter ermordet.
Leider ist der Fall eines Algeriers keine Ausnahme: Bei diesen Taten sind Ausländer eindeutig überrepräsentiert.
Was ist zu tun? Es wäre naheliegend, eine Debatte darüber zu führen, ob die Schweiz in den vergangenen Jahren Männern aus stark patriarchalisch geprägten Gesellschaften, in denen Frauen aus kulturellen oder religiösen Gründen systematisch unterdrückt werden, nicht zu leicht Zugang gewährt hat – und das in ein Land, in dem Individualismus und das Streben nach persönlichem Glück ganz oben stehen.
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Die SP schlägt hingegen einen anderen Lösungsweg vor. Die Partei fordert per geplanter Volksinitiative, dass der Bund eine halbe Milliarde Franken investieren soll: in den Opferschutz, Täterarbeit, die Weiterbildung in Justiz und Polizei sowie Aufklärungsarbeit zu Geschlechterrollen und toxischer Männlichkeit an Schulen.
«Wichtig ist uns, dass der Kampf gegen geschlechtsspezifische Gewalt und die Verhinderung von Femiziden alle betrifft – gerade auch die Männer», sagt SP-Co-Präsident Cédric Wermuth.
Und so wiederholt sich das bekannte Muster: Ein Problem taucht auf, und die Linke will es mit Steuergeldern bekämpfen. Doch eine echte Debatte über die tieferliegenden Ursachen der menschlichen Tragödien wird dadurch gezielt vermieden.