Mitte-Bundesrat Martin Pfister möchte mit mehr Frauen die Schweizer Armee retten. Der zuständige Chef des Verteidigungsdepartements (VBS) will dafür einen obligatorischen Orientierungstag für Frauen einführen. Doch die Schweizer Armee soll nicht nur divers, sondern auch inklusiv sein.
SP-Nationalrat Islam Alijaj fordert jetzt, dass es «mehr Soldaten mit Behinderungen» brauche. Künftige Kriege würden nicht auf dem Schlachtfeld, sondern vor dem Computer geführt, sagt Alijaj im Blick. Der 39-Jährige ist aufgrund einer Zerebralparese an einen Rollstuhl gefesselt und meistert seinen Alltag mit bewundernswertem Mut und Willen – auch im Parlament.
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Seine sicherheitspolitische Einschätzung darf derweil bezweifelt werden. Aktuelle Meldungen aus Pokrowsk deuten darauf hin, dass Kriege auch in Zukunft noch draussen auf dem Schlachtfeld stattfinden, zwar mit neuster Technologie, dafür mit der uralten Brutalität und physischer Gewalt zwischen … mehr oder weniger diensttauglichen Männern.
Sein Interesse für die Landesverteidigung und für Mitmenschen mit Behinderung in Ehren: Ganz so eilig hat es Alijaj nicht, wenn es darum geht, so schnell wie möglich Schweizer Soldaten ohne Behinderung mit dem nötigen Material auszurüsten. Bei der entscheidenden Abstimmung im Winter 2023, ob die Armeeausgaben bereits ab 2030 und nicht erst ab 2035 erhöht werden sollen, sagte Alijaj wie die ganze SP-Fraktion: nein.