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Sozialbetrug in Berliner Roma-Unterkunft: Jobcenter-Mitarbeiter finden bei Razzia nur zwei von siebzig gemeldeten Personen vor

Bei einer Kontrolle in einer als Bedarfsunterkunft genutzten Immobilie in Berlin-Schöneberg sind Jobcenter-Mitarbeiter auf massive Unregelmässigkeiten gestossen. Von siebzig gemeldeten Personen wurden am frühen Dienstagmorgen nur zwei angetroffen. Begleitet wurde die Aktion von rund zwanzig Polizisten. Hintergrund des Kontrollbesuchs war der Verdacht auf Sozialbetrug und Schwarzarbeit, wie der Berliner Tagesspiegel berichtet.

MARIJAN MURAT / KEYSTONE
Sozialbetrug in Berliner Roma-Unterkunft: Jobcenter-Mitarbeiter finden bei Razzia nur zwei von siebzig gemeldeten Personen vor
MARIJAN MURAT / KEYSTONE

Das Hotel dient seit Jahren als Unterkunft für Roma-Familien aus Südosteuropa und ist wegen zahlreicher Polizeieinsätze bekannt – allein zwischen Juli 2024 und Juni 2025 gab es dort 102 Einsätze. Anwohner beklagen seit langem Lärm, Vermüllung und aggressive Zwischenfälle.

Die Kontrolle fand vor dem Hintergrund einer bundesweiten Debatte über Missbrauch von Sozialleistungen statt. Erst kürzlich hatten sich SPD und Union auf strengere Sanktionen beim Bürgergeld geeinigt. Auch bei einer Razzia im September wurde ein mutmasslicher Drahtzieher einer Betrugsbande festgenommen. Der Schaden: fast 900.000 Euro.

Laut Jobcenter sollte die Aktion vor allem der Kontaktaufnahme und einer möglichen Vor-Ort-Beratung dienen. «Sollte sich herausstellen, dass sich Menschen nicht hier aufhalten, bei uns aber gemeldet sind, ist das Sozialleistungsbetrug», sagte die Leiterin des Jobcenters Tempelhof-Schöneberg, Elena Zavlaris. Die Ergebnisse werden nun ausgewertet – eine Weitergabe an die Strafverfolgungsbehörden ist möglich.

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