Abukar Osman, Somalias Botschafter bei den Vereinten Nationen, übernimmt im Januar den Vorsitz des UN-Sicherheitsrats. Für Aufmerksamkeit sorgt nun jedoch nicht seine diplomatische Rolle, sondern ein Nebenschauplatz in den USA: Laut öffentlichen Aufzeichnungen ist Osman gleichzeitig Präsident und CEO eines Pflegeunternehmens in Ohio. Dies berichtet Apollo News.
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Im offiziellen NPI-Register (National Provider Identifier), das Gesundheitsdienstleister in den Vereinigten Staaten erfasst, ist Osman als CEO der «Progressive Health Care Services Inc.» in Cincinnati gelistet. Auf seinem Linkedin-Profil hingegen gibt der Diplomat an, die Leitung des Unternehmens bereits 2019 abgegeben zu haben. Eine offizielle Erklärung zu diesem Widerspruch liegt bislang nicht vor.
Ein direkter Interessenkonflikt mit seinem UN-Amt ergibt sich daraus zwar nicht, doch in sozialen Medien sorgt der Fall dennoch für Wirbel. Hintergrund ist ein weitreichender Betrugsskandal in den USA: Zahlreiche Pflege- und Bildungseinrichtungen, betrieben von Mitgliedern der somalischen Diaspora, stehen im Verdacht, über Jahre hinweg durch Scheinabrechnungen Millionen von US-Dollar aus staatlichen Medicaid-Programmen ergaunert zu haben.
Osman wird in dem Skandal nicht konkret beschuldigt. Für Somalia ist Osmans Präsidentschaft im Sicherheitsrat ein diplomatischer Höhepunkt.