Nach einer Serie beunruhigender Vorfälle in Hamburger Schulen und Kitas zieht die Politik Konsequenzen. Streng religiöse muslimische Kinder sollen wiederholt Mitschüler bedroht, Lehrkräfte eingeschüchtert und religiöse Vorschriften aggressiv durchgesetzt haben, berichtet das Onlineportal Focus. Die Hamburger Schulsenatorin Ksenija Bekeris hat nun eine deutliche Erklärung veröffentlicht: «In Hamburgs Kitas und Schulen ist kein Platz für Übergriffe und Diskriminierung jeglicher Art.»
Christian Ohde
Gemeinsam mit Vertretern christlicher Kirchen, jüdischer, alevitischer und muslimischer Gemeinden wurde ein Positionspapier verabschiedet, das für klare Haltung gegen jede Form von religiös motivierter Einschüchterung wirbt. Bekeris sagte: «Niemand soll glauben, er habe das Recht, andere Menschen aus welchen Motiven auch immer zu unterdrücken. So etwas wird nicht geduldet.»
Auslöser war unter anderem ein Fall in Steilshoop, bei dem muslimische Schüler sich weigerten, am Musikunterricht teilzunehmen, weil dieser «haram» sei. Weitere Vorfälle reichten von Drohungen gegenüber jüdischen Mitschülern bis hin zu körperlicher Gewalt gegen Kinder mit «deutschem» Aussehen. Auch Lehrerinnen und Lehrer wurden angegangen – etwa, weil sie Israel auf der Weltkarte nicht löschen wollten.
Zwar warnen muslimische Verbände wie die Schura Hamburg vor einer Pauschalisierung. Doch auch sie erkennen an, dass einzelne Jugendliche sich über soziale Medien wie Tiktok radikalisieren und von Gruppen wie «Muslim Interaktiv» beeinflusst werden.
Die Stadt kündigte an, die unterschriebene Erklärung an alle Schulen zu verschicken und dort mit den Schülern zu diskutieren.