Die konservative Kleinpartei Werteunion steht vor einem personellen Umbruch: Parteichef Hans-Georg Maassen hat seinen Rücktritt zum nächsten Parteitag am 8. November angekündigt. Hintergrund seien «skandalöse Entwicklungen in der Partei», wie der frühere Verfassungsschutzpräsident auf X erklärte. Auch mehrere Mitglieder des Bundesvorstandes wollen demnach ihre Ämter niederlegen.
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Maassen liess sich indes eine Rückkehr offen. Er sei «nicht aus der Partei ausgetreten» und habe sich noch nicht dazu geäussert, ob er erneut kandidieren werde, so ein weiterer Post. Die Partei war Anfang 2024 von ihm ins Leben gerufen worden, nachdem er sich zunehmend vom Kurs der CDU distanziert hatte.
Die Werteunion, ursprünglich als konservative Strömung innerhalb der Union gegründet, befindet sich seit Monaten im innerparteilichen Streit. Im Zentrum steht dabei ein Machtkampf zwischen Maassen und der früheren CDU-Bundestagsabgeordneten Sylvia Pantel, berichtet die Welt. In einem internen Schreiben, das Ende August publik wurde, warf Maassen Teilen der Parteispitze einen «Putsch» und eine «Machtübernahme von Leuten» vor, «die ihre Mitgliedschaft und Funktion mir zu verdanken haben».
Er sei nicht bereit, «als Galionsfigur oder Frühstücksdirektor die Verantwortung für die Partei und für Schmutzeleien hinter meinem Rücken» zu übernehmen. Damals hatte Maassen bereits angedeutet, möglicherweise die Partei zu verlassen.