Skandal der CS-«Rettung»: Der Übernahme-Deal ist nicht die bestmögliche Lösung, sondern ein schlecht durchdachter Staatseingriff
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Skandal der CS-«Rettung»: Der Übernahme-Deal ist nicht die bestmögliche Lösung, sondern ein schlecht durchdachter Staatseingriff

An der gestrigen Pressekonferenz des Bundesrates wurde betont, dass die Übernahme der Credit Suisse durch die UBS der bestmögliche Deal sei, der erreichbar war, in Absprache mit den USA und Grossbritannien erfolgt und dass es eine marktwirtschaftliche Lösung sei.

Ich habe eine ganz andere Meinung.

Ich bin mir der Fehler seitens der Bank und der Finma bewusst, die während der vergangenen zehn Jahre gemacht wurden, ich bin mir bewusst, dass die am Mittwoch von der SNB zur Verfügung gestellte Liquidität von 50 Milliarden Franken nirgends hingereicht hat, und ich bin mir bewusst, dass die Credit Suisse eine systemisch relevante Bank ist respektive war, die man nicht einfach hätte abwickeln können.

© KEYSTONE / PETER KLAUNZER
Thomas J
© KEYSTONE / PETER KLAUNZER

Aber: Diese Lösung hat rein gar nichts mit Marktwirtschaft zu tun. Beide Banken wollten diese Lösung nicht, sie wurden vom Bund dazu gedrängt.

Die Aktionäre der Credit Suisse wurden ohne Rechtsgrundlage fast vollständig enteignet, ebenso die Eigentümer gewisser nachrangiger Anleihen im Umfang von 17 Milliarden Franken. Und es entsteht eine riesige Bank mit – im schlimmsten Fall – unkontrollierbaren Risiken.

Ganz besonders schlimm finde ich, dass sich der Anleger nicht mehr auf das Recht verlassen kann. Wenn es dem Bundesrat passt, wird einfach Notrecht gesprochen, auch wenn damit die zweitgrösste Bank der Schweiz in den Untergang geschickt wird.

Das ist aus meiner Sicht eine ganz schlecht durchdachte Kurzschlusshandlung. Solche Aktionen schädigen den Wirtschaftsstandort Schweiz nachhaltig und auf viele, viele Jahre.

Wenn der Staat schon in diesem Umfang mit Zwang und Notrecht in die Wirtschaft einzugreifen bereit ist, wäre die Alternative viel weniger problematisch gewesen: Die SNB hätte sich im Umfang von 25 bis 30 Prozent an der Credit Suisse beteiligt.

Die Bank hatte ein Vertrauensproblem. Mit dem Einstieg der SNB wäre sofort Ruhe eingekehrt. Und die Bank hätte zwei, drei Jahre Zeit gehabt, die Situation zu bereinigen.

Martin Janssen ist Unternehmer (ECOFIN-Gruppe) und emeritierter Professor für Banking und Finance an der Universität Zürich.

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