Man kann genüsslich über Sinn und Unsinn des SRG-Journalismus streiten. Viele Beiträge sind gut, viele sind weniger gut. Manche sind einfach nur zum Lachen. In einem Beitrag vom Donnerstag widmet sich die Journalistin Livia Middendorp zwei (!!) befristeten Stellen, die im Rahmen der Gleichstellungsstrategie 2030 geschaffen worden sind, bereits jetzt aber aus Spargründen nicht weitergeführt werden sollen. Zur Relation: Beim Bund sind rund 43.000 Personen beschäftigt, Tendenz steigend. Im Beitrag geht es also um 0,00005 Prozent aller Bundesstellen.
Man sei nicht bereit, zwei Stellen in diesem so wichtigen Bereich zu streichen, sagt Tamara Funiciello, Cheffeministin der SP. Sie bemängelt den Entscheid der zuständigen Finanzkommission, zumal diese sich gleichzeitig erdreistet hat, «den Schutz von Schafen zu sichern». Auch mit den zusätzlichen 2,5 Millionen Franken für die Präventionskampagne gegen Gewalt an Frauen ist Funiciello nicht zufrieden. Das sei im Verhältnis zu den Subventionen beim Kartoffelanbau wenig.
Im kommenden März stimmt das Schweizervolk über die sogenannte Halbierungsinitiative ab. Sollen die Serafe-Gebühren auf 200 Franken gesenkt werden? Bei dieser publizistischen Priorisierung und linken Propaganda fragt man sich als gezwungener Gebührenzahler schon, wie spar- und reformfähig die SRG überhaupt noch ist. Und ob nicht bereits 200 Franken zu viel sind.