Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bezeichnet den Druck aus der EU zur Wiederherstellung der Druschba-Pipeline als «Erpressung». «Sie zwingen mich, die Druschba(-Pipeline) zu reparieren», sagte Selenskyj laut Medienberichten vor Journalisten.
Der Zugang der Ukraine zu EU-Krediten im Umfang von 90 Milliarden Euro werde an die Wiederaufnahme der Öllieferungen geknüpft. «Ich habe unseren Freunden in Europa gesagt, dass man das als Erpressung bezeichnet», sagte Selenskyj. Gleichzeitig betonte er, die Reparatur der Pipeline nicht grundsätzlich zu blockieren. «Ich blockiere es nicht.»
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Hintergrund ist ein Streit mit Ungarn. Ministerpräsident Viktor Orbán blockiert derzeit sowohl ein EU-Darlehen für die Ukraine als auch ein neues Sanktionspaket gegen Russland. Budapest begründet dies mit ausbleibenden Öllieferungen über die Druschba-Pipeline.
Selenskyj kritisierte die ungarische Regierung scharf. «Das ist eine konsequente Politik der heutigen Führung in Ungarn, die ständig nach Gründen sucht, etwas zu blockieren und Russland ein wenig zu unterstützen.»
Die Druschba-Pipeline verläuft durch die Westukraine und versorgt unter anderem Ungarn und die Slowakei mit Öl. Ende Januar wurde die Leitung nach ukrainischen Angaben bei russischen Drohnenangriffen schwer beschädigt.