Am Montag ist der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in London mit Kanzler Friedrich Merz, Frankreichs Präsidenten Emmanuel Macron und dem britischen Premierminister Keir Starmer zusammengekommen. Thema: Der jüngste US-Friedensvorschlag zur Beendigung des Ukraine-Kriegs – ein Plan, der in Washington entworfen wurde und in Kiew auf Skepsis stösst, wie der britische Guardian berichtet.
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Die Gespräche mit amerikanischen Unterhändlern waren zuletzt «konstruktiv, aber nicht einfach», so Selenskyj. Donald Trump hingegen zeigte sich am Wochenende ungehalten: «Selenskyj hat den Vorschlag noch nicht gelesen», behauptete der US-Präsident. Der ukrainische Chefunterhändler Rustem Umjerow bestätigte, Selenskyj werde am Montag alle relevanten Dokumente erhalten.
Der US-Plan sieht laut Medienberichten unter anderem vor, dass Kiew auf Teile seines Territoriums verzichtet, die Russland militärisch nicht erobern konnte – im Austausch für Sicherheitsgarantien, die jedoch hinter den Nato-Beitritts-Wünschen der Ukraine zurückbleiben. Der Kreml reagierte positiv auf die neue US-Sicherheitsstrategie. Kremlsprecher Dmitri Peskow lobte, sie stimme «weitgehend mit der russischen Sichtweise» überein.
Die europäische Seite betont hingegen die Souveränität der Ukraine. «Nur Kiew kann über seine Zukunft entscheiden», sagte Starmer. Eine europäische Friedensmission soll zudem als Sicherheitsgarantie dienen. Auch US-Verhandler Keith Kellogg, einer der wenigen Kiew-freundlichen Stimmen im Trump-Lager, räumte ein: «Wir sind auf den letzten zehn Metern – aber die sind immer die härtesten.»
In den USA wachsen indes die Spannungen. Trumps Sohn Donald Jr. warf Selenskyj vor, den Krieg aus Eigeninteresse zu verlängern.